Freitag, 4. November 2016

Unser roter Platz hat jetzt erste Baumpaten
Im Großraum Eppendorfer Landstraße sind sie schon schöne Tradition. In unserem Quartier hingegen haben bisher nur wenige AnwohnerInnen und Geschäftsleute eine Patenschaft für „ihren“ Baum vor der Haustür übernommen.

Grünpflege im "Literarischen Garten"
Beispiel: der Platz über dem unterirdischen Denkmal „Verhörzelle“ am Ende der Geschwister-Scholl-Straße, angelegt vom Künstler Gerd Stange. Mit viel Liebe betreuen Ehrenamtliche aus dem Stadtteilarchiv seit vier Jahren seinen „Literarischen Garten“. Rund um die große Scheinquitte  pflegen sie dort weiße Rosen, Dickmännchen und Golderdbeere. „Leider wird immer wieder viel zertreten, aber eine Mitstreiterin bringt regelmäßig neue Ableger aus ihrem Schrebergarten mit“, berichtet Sabine Maurer. Logistische Unterstützung erhalten die Damen von Christian Bartz: wenn sie ihre Pflanzen wässern oder das Glasdach vom „Käfig“ säubern wollen, liefert der Apotheker frisches Nass per Gartenschlauch.
Anders die Situation Ecke Schede-/Frickestraße. Hier konnte „MARTINIerLEBEN (ME) gemeinsam mit Nachbarn vor drei Jahren den roten Platz einweihen. Seine Blumenkübel am Rande werden seitdem von Ulrike und Heida sehr schön bepflanzt und gepflegt. Nur der etwa 5 qm große Bereich hinter den Bänken – rund um die Weißbuche – ist noch Brachland.
Ortstermin am roten Platz
Um die Einzelheiten einer Patenschaft zu klären,  haben sich nun Vereinsmitglieder mit Jan Martens-Witte getroffen, einem der drei Baumkontrolleure im Bezirksamt Hamburg-Nord. Der Mann vom Stadtgrün hat 10.500 Straßenbäume in seiner Obhut. Beim Ortstermin erklärt er die Bedingungen: „Jede Patenschaft ist an einen Baum gebunden.“ Die Vereinbarung mit der Behörde ist unkompliziert und kostenlos, alle Aktivitäten gehen zu Lasten der Paten. Auf Antrag erteilt die Behörde den Ehrenamtlichen ihren Segen, allerdings, so Martens-Witte: „Die Bepflanzung darf eine Höhe von 50 cm nicht überschreiten, um Verkehrsteilnehmende nicht in ihrer Sicht zu behindern.“ Ein Zaun gegen Hunde-Pipi ist ebenfalls nicht erlaubt (Stolperfalle!). Der Fachmann empfiehlt in diesem Fall stachelige Pflanzen. Efeu ist auch verboten, es könnte am Stamm hochklettern und den Baum am Atmen hindern. Außerdem würde der Kontrolleur Baumschäden nicht erkennen. Sollte das Verhältnis zwischen Baum und Betreuer einmal in die Brüche gehen, die Patenschaft also gekündigt werden, fordert das Bezirksamt einen Rückbau.
Vor der Begrünung sollte der Boden aufgelockert, anschließend etwa 10 cm hoch Erde eingearbeitet werden. Achtung: Wurzeln nicht beschädigen! Rückschnitte an ober- und unterirdischen Teilen des Baumes sind ausdrücklich verboten. Unsere ME-Frauen haben sich zunächst für Katzenminze und die widerstandsfähige Rose „The Fairy“, einem smarten Bodendecker, entschieden. Sie wollen die Winterfeuchte mitnehmen. Daher wird Mitte November die Aufhübschung des roten Platz beginnen, ihren Antrag auf „Patenschaft im Straßenbegleitgrün“ haben die Ehrenamtlichen bereits gestellt. Nur: wo wir das Wasser für die Pflanzen hernehmen, ist noch nicht geklärt. 
Wer an der Baumpatenschaft am roten Platz mitwirken möchte, wende sich bitte an unser Quartiersbüro - Kontakt für weitere Patenschaften im Bezirksamt: Tel.:040 – 42804-6170

Text und Bilder: Hans Loose


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