Mittwoch, 20. Mai 2015

Viel Engagement und ein finanzieller Hilferuf

Ein Bericht von der Ideen- und Planungswerkstatt am 25. April 2015

bald mehr
Generationenübergreifendes?
Uli Thomas, Pastor von St. Martinus, hatte den rund 30 Werkstatt-Besucherinnen und Besucher zu Beginn einen wonnevollen Samstag gewünscht. Gemeinsam wurden Vorschläge für zukünftige Aktivitäten des Vereins gesammelt, in entspannter Atmosphäre mit einem Schlag Ingwer-Möhrensuppe als Zugabe. Problem wird nun sein, aus dem bunten Strauß voller Vorschläge die machbaren herauszuziehen.

Mit einer Vorstellungsrunde ging es los, gefolgt von ‚Berichten aus der Wirklichkeit‘:
Welche Erfahrungen habt Ihr mit MARTINIerLEBEN gemacht, was gefällt Euch (nicht so) gut?
Diese Fragen hatte der Vorstand mehreren Kooperationspartnern gestellt. Die Rückmeldungen waren durchweg positiv, allerdings verbunden mit dem Wunsch nach mehr Präsenz im Stadtteil und mehr generationenübergreifenden Aktivitäten.

Klaus Kolb lieferte zum Einstieg eine Zustands-Beschreibung: Im ehemaligen Krankhaus Bethanien hat der Umbau begonnen. Nicht nur 90 Sozialwohnungen soll es dort künftig geben, sondern auch das neue Kulturzentrum Martini44, künftig Heimat u. a. für das Kulturhaus Eppendorf und das Quartiersbüro von MARTINIerLEBEN. Derzeit wird die historische Fassade in der Martinistraße gesichert, damit das Gebäude dahinter neu gebaut werden kann. Ende 2017 soll der Neubau fertig sein.

Unterdessen geht auch der Neubau der Bethanienhöfe gegenüber in die Endrunde (Träger: Bethanien Diakonisse-Stiftung): Im Juli ziehen die Schwestern ein, im August die ersten Bewohnerinnen und Bewohner. 

Schließlich gab Klaus ein Rückblick auf die bisherigen Ideen- und Planungswerkstätten. „Sechs neue Aktivitäten sind 2014 entstanden“, berichtete er. Im NachbarNetzCafé, im Repair-Café, in der Eppendorfer Masche und beim Schenkvernügen gibt es vielfältige Mitmach-Möglichkeiten, daneben im schon älteren Singen für Jung und Alt, der AG Barrierefrei sowie (ganz neu) in der Computer-Schule.

Uli Thomas betrachtete anschließend unseren Verein von höherer Warte. Der Kita-Chor gemeinsam mit den älteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern, sei ein „echter Glückstreffer“, ein wunderbares Beispiel für unser Motto „Gemeinsam in Eppendorf“. Allerdings räumte der Pastor ein, traditionelles und unbefristetes Ehrenamt sei „ein Auslaufmodell“, das fast nur noch von der Generation 50plus hochgehalten werde. Der Trend gehe zur Arbeit in Projekten, verbunden mit individuellem Lustgewinn.

Elisabeth Kammer vom MARTINIerLEBEN Quartiersbüro wies auf einen geplanten Stadtführer für Eppendorf hin - als Gemeinschaftsprojekt von Konfirmanden und AG Barrierefrei geplant. Ein Antrag auf Förderung durch die Robert Bosch-Stiftung ist gestellt. In diesem Plan sollen unter anderem Betriebe und Geschäfte genannt werden, die ihre Zugänge barrierefrei gestalten.

Nach kurzer Tee- und Kaffeepause begannen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in drei Arbeitsgruppen ihren Gedanken freien Lauf zu lassen – und diese anschließend zu sammeln. Elisabeth Kammer scharte um sich an generationenübergreifenden Projekten Interessierte. Beispiele: Projektarbeit mit Schulklassen, Hausaufgabenbetreuung durch Ältere oder auch Krabbelgruppen in einem Forum von Jungfamilien.

Rika Tjakeas Gruppe warf kritische Blicke auf die Öffentlichkeitsarbeit, Flyer, Plakate und den Internet-Auftritt. Nachgedacht wurde u. a. über ein geändertes Logo für den Verein, Bilder mit älteren und jungen Menschen und ein praktischeres Format für den Newsletter.

Klaus Kolb schließlich versammelte Zahleninteressierte um sich und versuchte Antworten zu finden auf die Fragen, was braucht, hat und fehlt MARTINIerLEBEN? Wichtigstes Ergebnis: MARTINIerLEBEN braucht Geld. Der Verein sollte einen finanziellen Hilferuf hinausposaunen - wo immer Mitglieder mit Leuten im Quartier, in Behörden und Stiftungen zu tun haben. Und unsere Erfolge sollten besser kommuniziert, die Zusammenarbeit mit anderen Initiativen gesucht werden. 

Text und Bilder: Hans Loose

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