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Donnerstag, 22. Februar 2018

Gefährlich: Bushaltestelle Eppendorfer Markt

Frau mit Rollator



Baustelle
Wer in diesen Tagen am Marktplatz aus einem Bus in Richtung Altona aussteigt, muss extrem aufpassen nicht unter die Räder zu kommen. Denn zwischen Friedenseiche und Kiosk klafft ein tiefes Loch. Die Baustelle ist mit rot-weissem sog. Schrankenschutzgitter geschützt. Viele Fußgänger*innen versuchen daher, sich zwischen Absperrung und Busspur hin durchzuschlängeln, um zur Ampel über die „Kleine“ Eppendorfer Landstraße zu gelangen. Ein Wunder, dass bislang noch niemand von einem Bus erfasst worden ist. An der Baustelle
fehlt ein Umleitungsschild für Fahrgäste, das anzeigt, wie sie sicher über die Straße kommen.
Fußweg mit Schild
In Gegenrichtung, am Überweg über die Kleine Landstraße, ist vor der Baustelle ein Hinweisschild angebracht, auf das die Passanten zulaufen. Es wird aber von vielen wohl nicht wahrgenommen; sie versuchen auf schmalem Pfad um die Eiche herum zum Bus zu gelangen.  

Nein, es sind noch nicht die Vorläufer des Busbeschleunigungsprogramms, die hier zum Einsatz kommen. „Stromnetz Hamburg“ baut eine neue Netzstation und zieht die entsprechenden Strippen. Die Station soll im Neubau auf der anderen Straßenseite künftig dafür sorgen, dass dort die Lichter nicht ausgehen. 
Baustelle vor der Haspa
Auch zwischen Kiosk und Sparkasse wird deshalb gebuddelt. Fahrradfahrende und Fußgänger*innen müssen sich einen schmalen Durchlass teilen. Bis zum 20.4. 2018 sollen die Arbeiten dauern, erklärt eine Unternehmenssprecherin. Die Eppendorfer*innen sind Kummer gewohnt und stellen sich auf Straßen- und Gehwegsperrungen üblicherweise schnell ein. Wer informiert aber Ortsfremde, die mit einem Bus angefahren kommen?

Im Gepäck haben die Arbeiter vom „Stromnetz“ sicherlich noch ein/zwei verständliche Umleitungsschilder für Fußgänger und Radelnde. Bitte hängt diese Hinweise aus, bevor ein Mensch zu Schaden kommt!


Update 27.02.17
"Stromnetz Hamburg" hat auf unsere Hinweise umgehend reagiert. Die Baustelle ist nun sicherer: am Überweg "Kleine" Eppendorfer Landstraße gibt es eine erweitere Absperrung, ebenfalls zwischen Friedenseiche und Busspur. Eien Sprecherin: "Fußgänger*innen, die zum Bus wollen oder von dort kommen, sollten ausschließlich den Durchgang zwischen Kiosk und Sparkasse nutzen."

Text und Bilder: Hans Loose

Sonntag, 22. Mai 2016

Verwirrung: Bus-Verkehrsführung in Eppendorf
Gleich zwei Baustellen in Eppendorf haben in den letzten Wochen den Busverkehr in unserem Stadtteil durcheinander gebracht. Die Information der Fahrgäste durch HVV und Hochbahn ist dabei auf der Strecke geblieben.
Fahrgast Hartmut Biebau
Am 11. 5. 2016 steht Hartmut Biebau am Eppendorfer Markt. Er will mit dem 39er Schnellbus nach Wandsbek fahren. „Abfahrt der Busse 22 und 39 vom Fahrbahnrand Eppendorfer Marktplatz“ kann er auf dem digitalen Laufband lesen. Vor Haus 2, parallel zur Insel, steht in Sichtweite ein Ersatzhaltestellen-Schild. Nur, das ist nicht gemeint. Die Haltestelle dort soll erst ab 17. 5. gelten, also eine Woche später. Der Hinweis bezieht sich vielmehr auf den Ersatzhalt schräg gegenüber - vor dem Tattoo-Studio Haus 13. Doch das weiß Hartmut nicht. Am Haltestellen-Schild vor Haus 13 ist auch nicht angeschlagen, welche Busse dort stoppen. Herr Biebau ruft die Hotline der Hochbahn an. Dort gerät er in der Warteschleife, wird schließlich abhängt.
Am Kundentelefon scheitert auch Jeannine Strozynski, Residenzleiterin der „Bethanien Höfe“. Sie kritisiert, dass die Haltestelle Julius-Reincke-Stieg vor ihrer Einrichtung drei Monate lang vom 20er, 25er und 600er Bus nicht bedient wird. Die teils gehbehinderten Bewohner ihres Hauses - sowie der zahlreichen Stifte im
Ersatzhalt ab 17. Mai
Martiniquartier -  müssen auf die Schottmüllerstraße ausweichen. „Für ältere Menschen bedarf jeder Schritt eine große Anstrengung“, sagt Frau Strozynski. Verärgert ist sie auch, dass die Fahrgäste erst zwei Tage vor Baubeginn durch Aushang informiert worden sind – „ohne genaue Beschreibung, wo sich der Ersatzhalt Schottmüllerstraße befindet.“ Die angegebene Hotline-Nummer ist dauerbesetzt. Daraufhin schreibt die Residenzleiterin dem HVV eine Mail. Als Antwort erhält sie einen inhaltsleeren Textbaustein. „Nach Möglichkeit“ soll sie innerhalb von 14 Tagen eine Antwort erhalten, heißt es da.
Verwirrung unterdessen auch bei einigen Busfahrern, die offenbar nicht richtig von ihrer Leitstelle informiert sind: so fährt ein 22er ein Stück Umleitungsstrecke, obwohl das gar nicht notwendig ist, ein anderer verpasst am Markt sogar den Ersatzhalt.
Umleitung für den 22er Bus
Bevor sich die Eppendorfer auf die neue Situation einstellen können, ist ab 17. Mai der Marktplatz gesperrt: die Busspuren werden saniert. „Eine schwierige Situation“, bestätigt Hochbahnsprecherin Christina Becker, „weil die 2. Baustelle genau die Umleitungsstrecke blockiert“. Die Busse 22 und 39 fahren eine Woche lang ihre alte Strecke.
Warten auf den Bus
Vor dem Tattoo-Studio warten dennoch Fahrgäste in Richtung Altona – die Anzeige der gesperrten Haltestelle vor der Sparkasse hat sie dorthin geführt. „Busse halten am Fahrbahnrand“ heißt es auch dort. Nur im Kleingedruckten ist am roten Pfahl zu lesen, dass eine Sonder-Haltestelle „Kleine“ Eppendorfer Landstraße gemeint ist, nicht der Marktplatz.
Inzwischen sind die Bauarbeiten am Markt beendet, in der Martinistraße wird weiter gebuddelt. Bis Montag, 15. August sollen Linien 20, 25 und 600 Busse eine Umleitung fahren. Details finden die Fahrgäste im Internet – jedoch nicht jede/r hat einen Zugang.
Wer hält denn da?
Der 22er und der 39er Bus machen erneut vor dem Tattoo-Studio halt. Zur Kundenkommunikation verspricht due Hochbahnsprecherin: „Die Kollegen bessern nach, wenn sich in der Praxis Potenzial zum Nachsteuern ergibt“. Bisher fehlen an den stillgelegten Haltestellen jedoch die angekündigten Schaubilder. Sie sollen die Umleitungsstrecken und ihre Haltestellen zeigen. Vor dem Tattoo-Studio am Marktplatz indes haben freundliche Eppendorfer eine Hochbahn-Aufgabe übernommen: Nachbarn informieren, welche Busse dort halten.

Christian Winter