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Dienstag, 29. Mai 2018

Nachbarschaftstag:
Nächstes Mal gemeinsam?


Larissa von MARTINIerLEBEN (ME) hatte die schöne Idee. Zum „Tag der Nachbarn“ luden Stadtteilarchiv, Kulturhaus und ME zu „Bowle und Plausch“ im Hinterhof. Larissa und einige freiwillige Helferinnen hatten die Briefkästen der Nachbar*innen bestückt, außerdem per Mail für die Veranstaltung geworben.
Sabine und Larissa
Sabine und Larissa
Gut 50 Besucher*innen zählte Marthe am Ende des Abends. Die meisten im Alter 60 plus. Die Gäste, darunter auch einige Stift-und Residenz-Bewohner*innen, genossen sichtlich das Klönen im Freien. Die Bowle war leider viel zu schnell ausgetrunken. Doch es gab ja noch Wasser und Mitbringsel der Besucher*innen. Eines ist auf jeden Fall schon mal klar geworden: Unabhängig von der künftigen Zusammenarbeit unter dem Dach von Martini 44 können die Mitglieder und Sympathisanten unsere drei Vereine gut zusammen feiern.
Die Geschwister und Jungs in Cordhosen
Szenenwechsel: eine Straßenecke weiter, im Geschwister Café stieg ab 19 Uhr ein Nachbarschaftsfest. Karla von nebenan.de hatte über ihren Verteiler der Community geworben. Und gefühlt 150 Menschen zwischen 25 und 45 folgten dem Aufruf. Die beiden Schwestern begrüßten nicht nur die Gäste, sondern auch die netten Jungs in Cordhosen. Bei Würstchen und Kaltgetränken sorgte das Trio zunächst unplugged für gute Laune. Leider war es schwierig, der Musik zuzuhören und sich gleichzeitig zu unterhalten. (Mir fehlte ein wenig der Respekt vor den Musikern.) Vor dem Café wurde so manches Gespräch fortgesetzt. Und einige Teilnehmer*innen wurden nach Mitternacht noch gegenüber in der Bierbar gesehen.
vor dem Café
Vor dem Café

Indes hatten sich einige ältere Besucher wie Rena und Udo zuvor schon auf dem anderen Fest umgesehen. Ich traf sie im Geschwistercafé wieder. Uns kam anschließend der Gedanke: warum haben beide Gruppen eigentlich nicht gemeinsam gefeiert? Bestimmt hätten die Jungs in Cordhosen - nicht nur - den Stiftsdamen gefallen. Und zwischen älteren und jüngeren Gästen hätten sich sicher spannende Gespräche ergeben. Schließlich lautet das Motto von MARTINIerLEBEN: Generationen gemeinsam in Eppendorf.

Text und Bilder: Hans Loose


Donnerstag, 25. Januar 2018

Repair-Café bei HH-Tipps.de



Das Repair-Café letzte Woche war wieder sehr gut besucht. Sechzig Menschen hatten Dinge zum Reparieren mitgebracht und wurden von 24 freiwilligen Helfer*innen und eherenamtlichen Reparaturprofis in Empfang genommen. Zwei Dutzend Gäste waren einfach so gekommen. Ob das an der Philadelphia-Torte lag?



Vielen Dank an Ralf Biemann vom Stadtportal HH-tipps.de, der einen sehr schönen Bericht darüber verfasst hat mit vielen Bildern, die etwas von der Atmo wiedergeben.




Repair Café in Hamburg-Eppendorf
Alle 3 Monate ist das Repair-Café zu Gast im Kulturhaus Eppendorf. Von 14 bis 17 Uhr bringen können die Besucherinnen und Besucher ihre kaputten Geräte mitbringen. Es funktioniert ganz einfach: Man meldet sich am Empfang an, füllt einen Bogen aus und wird dann einen der ehrenamtlichen  Technikern, Monteuren oder Helfer zugeteilt. Nun heißt es etwas warten, bis man an der Reihe ist.
Hierzu bietet sich das Café an. Leckeren und selbst gebackener Kuchen und dazu ein Getränk und schon wird es gemütlich.
Hier weiterlesen…

 

Donnerstag, 27. April 2017

Klaus Kolb –
seit 30 Jahren ein "Mann für alle Fälle"


Klaus Kolb vor dem Eingang zum jetzigen Kulturhaus Eppendorf
Klaus im Jahr 1986
„Schon immer hat mich die Schnittstelle zwischen Kultur und Politik interessiert“. Bereits als Schüler organisierte der junge Klaus Rockkonzerte im heimatlichen Westerwald. Später in Hamburg lautete der Wunsch des inzwischen diplomierten Soziologen: Irgendetwas Sinnvolles tun, sich engagieren. Und dabei Spaß haben. Mitte der 80er Jahre wieder-belebten daher Klaus und sechs Gleichgesinnte den damaligen Verein „Bürgerhaus für Eppendorf“. Sie gründeten einen Kulturladen, der zunächst in der Erikastraße angesiedelt war, dann in der Wolfgang-Borchert-Schule, schließlich in der alten Polizeiwache an der Martinistraße. „Im August 1987 zogen wir ein, zwei Jahre später machten wir den ´Laden´ zum Kulturhaus,“ berichtet Klaus Kolb. In der Zwischenzeit war der Verein zum ABM-Projekt mutiert: gemeinsam renovierten die jungen Kulturinteressierten das Souterrain der ehemaligen Wache, das im Krieg als  Luftschutzkeller diente.  Anfangs hatte die Etage noch eine Bunkertür, keine Fenster. Lediglich spärliche Glühlampen am Draht beleuchteten jeden Raum. Zunächst nutzten die Kulturschaffenden aus Eppendorf den ersten Stock für Veranstaltungen. „Die Anfangszeit war besonders toll“, blickt Klaus zurück. Nach dem Ausbau nahm das Kulturprogramm Fahrt auf: ein Improvisationstheater, eine orientalische Erzählerin, legendäre Tangoabende gehörten dazu. Auch das „Forum Hamburger Autoren“ fand eine Heimat in Eppendorf. Musikschaffende gründeten ein Sinfonieorchester und einen Chor.
Urban Gardening a la MARTINIerLEBEN
Seit 15 Jahren hat das beliebte Kulturfrühstück für Frauen Tradition. Eine Kommission entschied über die Raumvergabe - auch wenn der Verein später zugunsten des UKE die Obergeschosse hergeben musste. Klaus Kolb: „Wir hatten auch den Außenraum im Blick“. Viele erinnern sich: so wurde der neue Marie-Jonas-Platz genutzt und dort getanzt. (In diesem Jahr wird am 10.7. an gleicher Stelle ein Spielenachmittag stattfinden – in Kooperation mit dem Bildungsnetzwerk Eppendorf.)
Zentrales Problem aller Kulturarbeit ist traditionell die Finanzierung. „Ohne Hauptamt wäre unser Haus eingegangen“, sagt er. Nach den ABM – Programm bewilligte die Kulturbehörde erstmals seine halbe Stelle. Anfang der 90er Jahre standen etliche Stadtteil-Kulturhäuser in Hamburg vor dem Aus: die Behörde hatte deren Unterstützung in den Haushaltsberatungen zunächst schlichtweg vergessen.
20 Jahre Kulturhaus

Klaus: „Das war mein schlimmster Moment“. Inzwischen erhält das Kulturhaus 140.000 €/Jahr aus dem Stadtteil-Kulturfonds. Die andere Hälfte der Kosten wird durch Kurseinnahmen, Spenden, Verkauf von Eintrittskarten und Getränken gedeckt. Die Verwaltung und das Finanzielle sind Pflicht, jedes neue Projekt ist die Kür für den 60jährigen. Es motiviert ihn, mit kreativen Menschen Neues auf die Beine zu stellen. Klaus: „Das Gleiche gilt für unser wunderbares Team. Wir arbeiten Hand in Hand und können gemeinsam so manches stemmen wie z.B. die große Ausstellung  „Kunstklinik“ im ehemaligen Krankenhaus Bethanien.“
2007 mit Udo Lindenberg
Klaus Kolb ist der Mann für alle Fälle: er arbeitet nicht nur als Geschäftsführer und Koordinator im Kulturhaus, sondern sitzt auch in den Vorständen der benachbarten Vereine Stadtteilarchiv Eppendorf und  MARTINIerERLEBEN. Im kommenden Jahr werden diese in das moderne neue Zentrum Martini 44 umziehen. „Wir freuen uns auf den Neubau“, sagt Klaus. Endlich können er und seine Mitstreiter*innen die Kultur aus dem Hinterhof herausholen. Auf Haupt- und Ehrenamtliche wartet viel Arbeit für die Innengestaltung. Klaus wird den Umzug begleiten – sicherlich mit mancher Idee.
Der Mann aus dem Westerwald hat das kulturelle Leben durch seine Ideen und sein Engagement in Eppendorf wesentlich bereichert. Irgendwann ist für ihn Übergabe des Staffelstabes angesagt. Denn in fünf Jahren geht Klaus in den wohlverdienten Ruhestand, denn ein Zuhause mit seiner Frau Irm hat Klaus Kolb natürlich auch. Dort schaltet er ab, liest nur private Mails und geht abends gerne ins Kino. 
(Das aktuelle Programm des Kulturhauses Eppendorf finden Sie hier.)

Bilder: Kulturhaus Eppendorf
Text: Hans Loose



Donnerstag, 5. November 2015

Kaputter Diabetrachter und ein zu langer Rock – zum Wegwerfen viel zu schade

MARTINIerLEBEN hatte am 31. Oktober erneut zum Repair-Café Eppendorf geladen. Bereits zum 6ten Mal wurde im großen Saal des Kulturhauses Eppendorf nachmittags gebohrt, geschnitten, genäht und geschraubt. Bei herbstlichem Wetter waren die Besucherinnen und Besucher keineswegs nur aus dem Stadtteil gekommen, eine ältere Dame sogar per Fahrrad aus Hummelsbüttel.

Im Gepäck hatten die Gäste Diverses, was irgendwie nicht mehr funktionierte. So rückte Rosi Sobiech mit ihrer 14 Jahre alten Brotschneidemaschine an. An der Sollbruchstelle hatte das Kabel schlappgemacht. Helmut Treffler, Techniker, wie die anderen Helferinnen und Helfer ehrenamtlich im Einsatz, konnte das Kabel kürzen, neu anschließen und dem Schneidewerkzeug wieder zu Saft verhelfen.

Unterdessen bemühte sich Ernst Irion, einen 32 Jahre alten Sony Kassettenplayer wieder zum Leben zu erwecken. Schließlich sind Musikkassetten wieder voll im Trend. Nach kurzer Funktionsprüfung und einigen Tropfen Spiritus funktionierte der Vorlauf wieder, wenn auch zunächst nur mit Knattern.
Hilfe zur Selbsthilfe (dem Motto des Repair-Cafés entsprechend) leistete derweil Ute Plätzer. Sie half einer Besucherin, ihren liebgewonnenen blauen Rock zu kürzen. Wichtig ist dabei auch, so erfuhr der Reporter, vorher zu klären, ob der Rock mit niedrigen oder hohen Absätzen getragen werden soll. Ute fixierte den Saum am Rock, anschließend setzte sich ihre Ratsuchende zu Haus an die Nähmaschine.

Während Viktor Ehlers sich über einen gut erhaltenen Diabetrachter her machte – der Schlitten klemmte -, war Thomas ebenfalls in der Elektroabteilung aktiv. Ilona Neckermann hatte ihm ihren High-Tech-Radiowecker präsentiert -ausgestattet mit an die 15 Tasten und Einstellschrauben und erst vier Jahre alt. Das Radio funktionierte, nicht aber das Nachtlicht. Professionell nahm Thomas ebenfalls eine Funktionsprüfung vor, mutmaßte, dass eventuell der Sensor kaputt sei. Doch da wollte er sich nicht ranmachen. Er schlug Frau Neckermann vor, ihren Fachhändler aufzusuchen.

Auf der Bühne drehte sich alles ums Rad. Eine ‚Kundin’ war Anja Messerschmidt: Seit sechs Jahren hatte sie ihren Drahtesel vor der Tür geparkt. Der Alu-Rahmen war gut erhalten, doch das Rücklicht hatte seinen Geist aufgegeben. Schnell hatte Sebastian Schuppa die Ursache gefunden: Die Verbindung des Kabels zum Dynamo war gestört. Schon nach wenigen Handgriffen ging dem Hinterrad ein Licht auf.

Fast 70 BesucherInnen hat Organisatorin Elisabeth Kammer an diesem Nachmittag gezählt, 17 HelferInnen trugen zum Erfolg bei. Nach drei Stunden unermüdlicher Arbeit war Feierabend. Doch das nächste Repair-Café kommt bestimmt, nämlich am

16. Januar 2016, wieder von 14 – 17 Uhr, Reparaturannahme bis ca. 16:30 Uhr.

Fragen beantwortet Elisabeth Kammer unter Tel. 040 - 46 77 93 25, E-Mail: info@martinierleben.de

Text & Bilder: Hans Loose

Dienstag, 10. Februar 2015

K-D von Krug lebt Nachbarschaft

Dienstag kurz nach 10. In Raum 4 des Kulturhauses Eppendorf hat Kurt-Dieter von Krug (bei den meisten Mitgliedern von MARTINIerLEBEN kurz ‚K-D‘ genannt) das kleine Quartiersbüro aufgebaut, in dem er jede Woche einen Vormittag lang mitarbeitet. Vor ihm stehen PC-Monitor, Laptop sowie zahlreiche Broschüren. Der Drucker ist im Regal versteckt, das Büro-Material stammt aus dem schwarzen Ordnerschrank. „Wir bereiten derzeit das nächste NachbarNetzCafé vor", erklärt K-D. Klaus aus dem Kulturhaus-Büro nebenan berichtet, wer sich zwischenzeitlich gemeldet hat und was zu tun ist. K-D fragt Elisabeth Kammer, die Hauptverantwortliche im Quartiersbüro, ob genug Kuchen mitgebracht wird. Angebote nimmt der Verein immer gern entgegen. Heute sollen noch 500 Einladungen per Email für die monatliche Kaffee-Tafelrunde verschickt werden. Der Hüter der Adresslisten hält seine Übersicht auch von zu Hause aus aktuell; ein kostenloser Speicher im Internet - die Dropbox – macht‘s möglich.

Der 75jährige frühere Wirtschaftsingenieur verwaltete nicht nur die Mitglieder - unterstützt von Klaus Kolb -, er ist auch als Frontmann im Einsatz. So erschien K-D vergangenes Jahr bei der großen Wochenend-Veranstaltung Kunstklinik im ehemaligen Krankenhaus Bethanien als Notarzt verkleidet. „Ich war der Handyman“, lacht er. Ausgestattet mit Werkzeug- statt Arztkoffer verlegte er Kabel, tauchte die Kunstobjekte ins rechte Licht, öffnete verschlossene Türen, sorgte für Absperrungen und vieles mehr.

Seit vier Jahren mischt Kurt-Dieter im Verein MARTINIerLEBEN mit. Einer Ideen- und Planungswerkstatt galt sein erster Besuch. Damals stellten unter anderem die Betreiber der künftigen Bethanienhöfe ihr Projekt vor. K-D träumte vom preiswerten Altersruhesitz mit seiner Frau in dieser dynamischen Nachbarschaft. Der jährlichen Ideen- und Planungswerkstatt als Schmiede neuer Vereinsaktivitäten ist er danach treu geblieben.

Zu diesen Aktivitäten gehört auch das NachbarNetzCafé - mit Vortragsgästen z. B. von ‚Kultur im Koffer‘ oder aus der bezirklichen Seniorenberatung. K-D pflegt darüberhinaus die NachbarNetz-Kontaktliste: Im Newsletter gedruckt und online im NachbarNetz-Blog gibt es nachbarschaftliche Anzeigen unter den Überschriften ‚biete/suche/gemeinsam aktiv‘. Er bringt Anbieter und Nachfragende zusammen. Es gibt einige Ladenhüter, Nachfragen, auf die niemand reagiert. „Nach einem Vierteljahr werden die Einträge gelöscht", sagt K-D. Schön fände er, wenn häufiger Rückmeldungen kämen, was aus den Kontakten geworden ist.

‚Generationen gemeinsam in Eppendorf‘- so lautet das Motto unseres Vereins. K-D trägt dazu bei, es umzusetzen. Vier Abende ‚Kochen für Jung und Alt‘ hat er bereits mit Konfirmanden der Martini-Gemeinde und Pastor Thomas durchgeführt. Bereits das fünfte Repair-Café in Eppendorf organisiert er derzeit gemeinsam mit Elisabeth Kammer. Doch damit nicht genug: Als Drahtesel-Fan lässt er es sich nicht nehmen, mit den Besuchern selbst kleine Fahrrad-Reparaturen vorzunehmen. „Ich habe viel Spaß am Ehrenamt", berichtet der Vater von zwei Söhnen, „es kommt auch viel zurück.“

Nach drei Stunden verstaut er die technischen Geräte an sicheren Orten und schließt sein kleines Büro. Bevor K-D zu seiner Frau zum Mittagessen geht, wird er erst noch als Medienbote aktiv: Eine ältere gehbehinderte Dame in der Nachbarschaft hat ein Buch aus der Leihbücherei bestellt. Der umtriebige K-D von Krug gibt den Lesestoff nicht nur ab, er hält auch noch ein kleines Schwätzchen mit der alten Dame.

Text und Bilder: Hans Loose 

Noch ein Angebot von K-D von Krug:
Unterstützung bei Bedienungs- und Softwarefragen am Computer
Auf Wunsch auch Einführung in die Benutzung der NachbarNetz-Homepage.
Termin-Vereinbarung über das MARTINIerLEBEN Quartiersbüro: Tel. 040 / 46 77 93 25, info@martinierleben.de
Um eine Spende ab € 5,- pro Stunde wird gebeten. 

MARTINIerLEBEN Quartiersbüro
im Kulturhaus Eppendorf
Julius-Reincke-Stieg 13a
20251 Hamburg
Tel. 040 / 46 77 93 25, info@martinierleben.de

Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag 10.00 - 13.00 Uhr und nach Vereinbarung

Freitag, 17. Oktober 2014

Stricken - Ruhe im Sturm

Nahaufnahme
Das Oktobertreffen der Eppendorfer Masche ließ sich schwierig an: Neben den MARTINIerLEBEN-Aktivitäten habe ich noch einen 'kleinen Nebenjob' als Veranstaltungsmanagerin im Kulturhaus Eppendorf, und am Donnerstag hatten wir erstens eine Lesung über 'Goethes Italienische Reise' mit Vera Rosenbusch und Lutz Flörke im Haus, zweitens veranstalteten Amnesty International einen eigenen Vortrag  - und drittens sagte überraschend unsere (prinzipiell sehr zuverlässige!) Bistrokraft ab (und ich saß an unserem neuen Programm). Die zweite Bistrokraft war im Urlaub, die dritte hatte etwas anderes vor, zwei Kollegen aus dem Haus waren ebenfalls im Urlaub (das sollte verboten werden!) und mögliche HelferInnen, die ich telefonisch erreichte, hatten: zu arbeiten / ebenfalls Urlaub / Theaterkarten / eine Wohnungsbesichtigung / etwas anderes vor.

Ab 17:00 trudelte die Eppendorfer Masche ein, während ich zerzaust im Haus herumhuschte, Saal, Licht, Abendkasse und Bistro vorbereitete und mich darauf gefasst machte, am Bistrotresen gleichzeitig Karten zu verkaufen. Lutz und Vera sagte ich, dass sie notfalls mit einer Lichteinstellung zurechtkommen oder jemanden zum Hebelschieben mitbringen müssten.


Um halbsechs rief meine Kollegin Maria aus dem Stadtteilarchiv an, um mich zu bitten, noch einen Termin in das Kulturhaus-Programm aufzunehmen. Dass ich daran schon selbst gedacht hatte, machte sie so froh, dass ich sie hinterlistig fragte, ob sie abends schon etwas vorhätte. Kurz: Maria half mir aus der Not, stellte sich an die Kasse und regelte wunderbar das Licht für die Lesung. Die Amnesty International-Gruppe kam perfekt allein zurecht und ich stand im Bistro und hatte viel Vergnügen mit den anderen Handarbeiterinnen, die sich von dem Betrieb um sie herum nicht aus der Ruhe bringen ließen.


Die 'Eppendorfer Masche' fand das erste Mal im Kulturhaus statt - vorher hatten wir uns im Bürgerhäuschen getroffen, und die einhellige Meinung war: Sehr gemütlich haben wir es hier, das Licht reicht auch gut aus und Platz für weitere TeilnehmerInnen gibt es ebenfalls.

Bisher sind wir jedes Mal etwa sieben Frauen, haben es aber trotzdem schon geschafft, sowohl generationenübergreifend als auch multikulturell zu sein, oder wenigstens bikulturell. Interessant zu sehen ist, dass auch sehr unterschiedliche Frauen beim gemeinsamen Handarbeiten sofort ins Gespräch kommen, die Stimmung umgehend entspannt und lustig wird und anfängliche Hemmschwellen auch bei neuen Gästen ganz schnell weggestrickt oder -gehäkelt werden. Mit Männern steht der Versuch noch aus!

Rika Tjakea, Mitarbeiterin bei MARTINIerLEBEN, im Kulturhaus Eppendorf und selbständige Sängerin
3. Donnerstag des Monats, 17:00 - 20:00 
Workshop Eppendorfer Masche - gemeinsam stricken, häkeln, handarbeiten lernen - mit Expertinnen-Hilfe
Einfach Strickzeug bzw. eigene Handarbeit mitbringen und dazukommen - für absolute AnfängerInnen haben wir Nadeln und Wolle und eine Nähmaschine zum Ausprobieren da, jedes Mal gibt es einen kleinen Workshop für alle, die Lust haben, und die KönnerInnen helfen mit Tipps, Tricks und Anleitungen. Ansprechpartnerin: Rika Tjakea, Tel. 48 15 48, info@martinierleben.de
Ort: Kulturhaus Eppendorf (Bistro), Julius-Reincke-Stieg 13a (rollstuhlgerecht)

Sonntag, 12. Oktober 2014

75 köstlich-kulturelle Reisen - ‚Reisen & Speisen’ im Kulturhaus Eppendorf feiert Jubiläum

Am 25.10. geht es in Indiens wilden Nordosten.
Sie liebt es zu reisen: „Fremde Kulturen, ihre Menschen, ihren Alltag, ihre Feste und Lebenswelt kennenzulernen, bedeutet für mich ein Stück Lebenssinn“, sagt Silke Vetter. Seit 11 Jahren organisiert die Gastrosophin im Kulturhaus Eppendorf die monatlich stattfindende Veranstaltung 'Reisen & Speisen', die sich bei den Besuchern großer Beliebtheit erfreut und inzwischen über eine echte Fangemeinde verfügt.

Jedes Mal steht ein anderes Land im Mittelpunkt und wird mit einer Bildershow, mit Vortrag und landestypischem Bufett vorgestellt. Wechselnde Referenten und Fotografen gestalten diesen immer sehr lebendigen und interessanten Abend zusammen mit ihr. „Die Idee dazu hatte ich vor vielen Jahren zusammen mit einer Freundin und bin dann gleich auf die Suche nach einem Ort gegangen, wo ich meinen Wunsch umsetzen kann, meine Gäste nicht nur kulinarisch, sondern auch geistig zu nähren und ihr Fernweh zu beflügeln“, sagt Silke Vetter.

Diesmal ist sie in einer Region unterwegs gewesen, die die wenigsten unter uns kennen dürften. Den wilden Nordosten Indiens hat sie in diesem Frühjahr bereist: Arunachal Pradesh und Nagaland, wo Völker leben, die mit dem übrigen Indien nur wenig gemeinsam haben und z. T. bis ins 20. Jahrhundert Kopfjäger waren. “Allein im indischen Bundesstaat Arunachal Pradesh leben noch 26 größere Stammesvölker mit jeweils mehr als 5.000 Angehörigen und eigenen Sprachen“, schwärmt Silke Vetter. Viele Fotos und Videos hat sie von dort mitgebracht und zu einer spannenden Bildershow komponiert, die mit Originalmusik und einer Lesung aus dem Werk der Naga-Schriftstellerin Easterine Kire untermalt wird. Auch das köstliche von ihr selbst entworfene und zubereitete landestypische Bufett fehlt natürlich nicht.

Gastrosophin Silke Vetter
Am Samstag, dem 25. Oktober, kann man im Kulturhaus Eppendorf zum 75. Mal mit ihr auf die Reise gehen:

Reisen & Speisen
Indiens wilder Nordosten - Arunachal Pradesh und Nagaland
Samstag, 25. Oktober, 19.00
Kulturhaus Eppendorf
Julius-Reincke-Stieg 13a

Verbindliche Reservierung unter 040 / 481548 oder karten@kulturhaus-eppendorf.de.
Wenn Sie regelmäßig auf die nächste Reisen & Speisen-Veranstaltung hingewiesen werden wollen, bestellen Sie den Newsletter.


Foto: Stephan Wippermann
Und wenn Sie Appetit bekommen haben, merken Sie sich schon den nächsten Termin: Am 29. November geht es mit Bildern von Stephan Wippermann in den Westen der USA.

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Es geht wieder los – wir schrauben, was das Zeug hält

Am Samstag, den 11. Oktober von 14 -17 findet im Kulturhaus Eppendorf unser zweites Repair-Café Eppendorf statt.

Foto: Elisabeth Kammer
Die Organisatorin Elisabeth Kammer und wir freiwilligen Helfer haben uns ins Zeug gelegt, um alles noch besser vorzubereiten. Beim Vortreffen haben wir Schwachpunkte der letzten Veranstaltung besprochen und einige Organisationsregeln verbessert, um den Ablauf noch flüssiger zu gestalten.

Foto: Elisabeth Kammer
Ins Repair-Café werden kaputte Gegenstände von zu Hause mitgebracht und – wenn möglich - mit der Hilfe freiwilliger Fachleute repariert. Haushalts- und Gebrauchsgegenstände aller Art können so viel länger halten und müssen nicht beim kleinsten Defekt weggeworfen und neu gekauft werden. Elektrogeräte, Fahrräder, Kleidung, Kleinmöbel, Schmuck, Spielzeug und anderes werden bei uns wieder flott gemacht. Der Eintritt ist frei, über Spenden sind wir aber sehr froh, damit wir Mietkosten, Werkzeug und Materialien bezahlen können.

Foto: Elisabeth Kammer
Wir Reparateure, KuchenbäckerInnen und UnterstützerInnen waren vom Erfolg des ersten Repair-Cafés und den vielen positiven Rückmeldungen sehr begeistert. Das spornt natürlich an, weiter engagiert mit neuen Ideen bei der Sache zu sein. Wir hoffen auf einen neuen erfolgreichen Nachmittag mit vielen zufriedenen BesucherInnen – und wir freuen uns natürlich auch immer wieder auf neue HelferInnen, die ihr Können einbringen wollen oder unsere Besucher mit Kuchen versorgen.

K-D. v. Krug