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Donnerstag, 15. November 2018

Schnell geschaltet - eine Zugangsrampe bei der ALDI-Filliale in Eppendorf

Am 1. November dieses Jahres wurde die neue ALDI-Filiale in der Osterfeldstraße eingeweiht. Heike W., ein langjähriges Mitglied bei MARTINIerLEBEN war zur Eröffnung da. Als Rollstuhlfahrerin achtet sie sehr auf Barrierefreiheit im Viertel und hat sofort bemerkt, dass der Zugang zu dem neuen Laden alles andere als barrierefrei war: aus der gewohnten Ausfahrt war ein Fußweg mit zwei Stufen geworden. Es gab zwar noch eine Ein- und Ausfahrt, doch die lag nun 50 bis 100 Meter vom Eingang entfernt.

Aus ihrem Blickwinkel bemerkte Heike zwei Herren im Anzug auf dem Parkplatz stehen, die sich die neue Filiale von außen anschauten. Sie sprach die beiden sogleich beherzt an: „Gehören sie zu ALDI? Sie sehen wichtig aus!“

Sie bejahten die Frage belustigt und so hat sie sie gleich auf die beiden Stufen hingewiesen. Sogleich sagten die Anzugträger, dass ihnen die Stufen auch aufgefallen seien. Es war ihnen sichtlich unangenehm, dass der Zugang für Menschen mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl erschwert beziehungsweise unmöglich gemacht war. So versprachen sie, die Hindernisse wieder zu entfernen. Meinten allerdings, dass es etwas dauern könnte. 

Eigentlich sollte es zur Normalität gehören, dass bei öffentlichen Bauvorhaben das Augenmerk auf barrierefreiem Zugang liegt. Das scheint noch nicht ganz in den Köpfen derjenigen angekommen zu sein, die solche Bauvorhaben planen und durchführen. Aber nun ist der Mangel erfreulicherweise bereits nach zwei Wochen wieder behoben worden.

Zum Glück. Unser Dank geht an ALDI und die beiden Herren im Anzug für das schnelle handeln.
Toll auch, dass Heike so schnell reagiert hat. Dieses Beispiel zeigt wieder, das bürgerliches Engagement Früchte tragen kann.

Montag, 23. Juli 2018

Mehr Barrierefreiheit im Eppendorfer Park


Rampe auf den Park-Hügel

Gut ein halbes Jahr lang haben Arbeiter das Gartendenkmal aufgehübscht: Wege wurden nach alten Plänen wieder hergestellt, niedrige Schutzgitter sichern nun Bäumen und Sträuchern ihren Raum – und sie reduzieren Trampelpfade. Und verdorrte Äste entfernt. MARTINIerLEBEN hatte sich frühzeitig in die Bürgerbefragung eingemischt und fünf Verbesserungsvorschläge zur Barrierefreiheit gemacht. Hier eine kurze Bestandsaufnahme:


Jogger
Die Einfahrt zum Bauspielplatz Frickestraße 1 unterbrach den Rundweg bisher durch Kopfsteinpflaster.
Rollstuhlfahrer*innen und Kinderwagen-Lenker*innen kamen ins Stocken oder Schlingern. Inzwischen ist das Kopfsteinpflaster durch neuen Belage ersetzt worden, was auch die Jogger*innen freut.


Spaziergänger Eingangsbereich
Der Eingangsbereich-West ist nicht nur hübsch umgestaltet worden. Auch die Stolperfalle links gleich beim Beginn des Rundgangs ist verschwunden.







Abzweig Binnenweg
Bei der Abzweigung des Binnenwegs gab es ebenfalls eine Stolperfalle. Regenwasser hatte sich auf seinem Weg in die Kanalisation eine tiefe Rinne gegraben. Die Rinne hat ihren Irrtum erkannt, die Abwasser fließen wieder in geordneten Bahnen.






Rolli-Fahrerin
 Der Weg auf den sogenannten Montgomery- Hügel war für Rolli-Fahrende durch Treppen bisher blockiert. Wir hatten daher eine Rampe vorgeschlagen, damit Menschen mit Handicap und Kinderwagen auf den Hügel gelangen können. Zu lang und zu teuer, so hieß es zunächst der Bezirksverwaltung.
Im Zuge der Planung hat man dort noch einmal nachgerechnet.


Anbau Bürgerhäuschen
Schließlich hatten zahlreiche Menschen in der Bürger Befragung wieder eine öffentliche Toilette für den Park gewünscht. Zu teuer, lautete die Antwort auf eine Anfrage bei der Stadtreinigung. Auch Hinweisschilder auf das Öffentliche WC im UKE sucht die/der Parkbesucher*in vergebens. 


Fazit: Bis auf das Toilettenproblem haben Politik und Verwaltung unsere Vorschläge unterstützt. Dank an Alle, die an der Umsetzung mitgewirkt haben.

Text und Fotos: Hans Loose

Donnerstag, 3. Mai 2018

AG Barrierefrei – rege im Stadtteil


Egal ob es um ausreichend Platz für Fußgänger*innen oder die Einführung  einer Tempo 30-Zone in der Martinistraße geht, die AG Barrierefrei ist noch immer aktiv und mischt überall mit auch wenn es keine regelmäßigen Treffen mehr gibt. Die Aktiven beobachten und analysieren, gehen zu den Sitzungen des Regionalausschusses Eppendorf-Winterhude und stellen Forderungen, damit für alle ein gutes Vorankommen in Eppendorf möglich wird.

Tempo 30 in der Martinistraße

Bald Tempo 30 vor den Bethanien-Höfen?
Aktuelle Pläne der Innenbehörde sehen vor, dass es künftig vor den meisten Schulen, Kitas, Seniorenheimen und Krankenhäusern in Hamburg Tempo-30-Zonen geben soll. Anlass für die Ausweitung des Tempolimits ist eine Änderung der Straßenverkehrsordnung im vergangenen Jahr. MARTINIerLEBEN hatte auf diesem Hintergrund bereits im Oktober letzten Jahres in einem Schreiben an die Innenbehörde Tempo 30 für die Martinistraße im Abschnitt zwischen Tarpenbekstraße und Frickestraße gefordert (siehe Link). Eine Antwort steht noch aus.

Mehr Platz für Radfahrende und Fußgänger*innen in der Martinistraße

Viele Gehwege in Eppendorf -
oft weniger als 1,5m breit
Im Regionalausschuss Eppendorf-Winterhude liegt derzeit eine Planung zur Förderung des Radverkehrs in der Martinistraße. Die dazu vorgeschlagenen Maßnahmen sollen mit einem barrierefreien Ausbau der Gehwege verbunden werden. Einige Mitglieder unseres Vereins haben sich vor Ort über die das Quartier betreffenden Vorschläge anhand der Pläne schlau gemacht. Die "Ergebnisse" dieses Rundgangs flossen  in ein Schreiben an den Regionalausschuss ein.  (siehe Link)



Donnerstag, 5. April 2018

Bleibt Barrierefreiheit im Bezirksamt draußen vor?


Sich im Haupthaus des Bezirksamts zurecht zu finden, ist nicht einfach. Das gilt vor allem für ausländische Mitbürger*innen oder Menschen mit einem Handicap. Denn die Ausschilderung ist kompliziert und unvollständig.
So manche Besucher*innen geistern durch die Gänge, suchen den großen Saal oder das Standesamt. Bereits vor über zwei Jahren hat Harald Rösler daher ein Konzept „Inklusives Bezirksamt Hamburg-Nord“ vorgelegt. Gespräche mit Mitarbeiter*innen, Verbänden und Vereinen sowie ein Auftrag der Bezirksversammlung waren vorausgegangen. „Ziel der Maßnahme ist es“, so der Bezirksamtsleiter, „eine eigenständige Orientierung im Gebäude für alle Kundinnen und Kunden unabhängig von persönlichen Einschränkungen, wie beispielsweise einer körperlichen Behinderung, Einschränkungen aufgrund des Alters oder bei Sprachschwierigkeiten zu ermöglichen“.
Neben ergänzenden Maßnahmen im Internet (in Zusammenarbeit mit der Senatskanzlei) kündigte Rösler an, die Kommunikation der Behörde „nach Innen und Außen“ zu verbessern.
Inzwischen gibt es spürbare Verbesserungen. So schreiben immer mehr Beschäftigte des Bezirksamts ihre Mails und Briefe an Bürger in verständlicher Sprache. Eine Kundenbroschüre „Bürgerservice in Hamburg-Nord“ wurde in Leichter Sprache verfasst, an entsprechenden weiteren Veröffentlichungen wird gearbeitet.
Das Konzept für ein barrierefreies Bezirksamt ist indes seit Monaten in Arbeit. Einbezogen werden sollen neben dem Haupthaus in der Kümmellstraße das Technische Rathaus, das Kundenzentrum Lenhartzstraße und das Gesundheitsamt in der Eppendorfer Landstraße. Schon Mitte 2016 hat die Bezirksversammlung 60 000 Euro bereitgestellt; die diversen Verbesserungen werden letztendlich etwa das Doppelte kosten. Im vergangenen September präsentierte die Verwaltung einen ersten Überblick über die geplanten Maßnahmen. Dazu gehören:
  • im Haupthaus: barrierefreier „Eingang für alle“, evtl. mit neuer Rampe, Stufenmarkierungen 
  • im Foyer: mehrsprachiges Willkommenschild, taktiler Übersichtsplan. Taktiles Leitsystem auch zu den Aufzügen 
  • Aufzüge: Grüne Schrift auf den Tasten, akustische Ansage 
  • auf den Etagen: Info Points, taktile Leitsysteme, Raumnummern auch in Braille-Schrift 
  • Online: barrierefreie Erschließung des Standorts auf der Internetseite des Bezirks, Lagepläne zum Herunterladen, mehrsprachige Beschreibungen

Ob und was von diesen Ideen umgesetzt worden ist, ist unklar. Bezirksamtssprecher Daniel Gritz: „Der Vergabe- und Beschaffungsprozess gestaltet sich sehr viel aufwändiger als zunächst angenommen.“   Zum Glück gibt es die menschlichen Wegweiser im Eingangsbereich – die Mitarbeiter*innen leisten einen wirklich guten Job!

Text und Bilder: Hans Loose