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Donnerstag, 11. Oktober 2018

Baustellenromantik und Zukunftsmusik


   Ein einsamer Bagger steht mitten auf einer sandigen Brache vor der historischen Fassade, Holzbohlen und Steine liegen im Weg, als sich die Gruppe von an die 40 Menschen vor dem Eingang des ehemaligen Bethanienkrankenhauses gruppiert. Am 10. Oktober haben die drei Vereine (MARTINIerLEBEN, Stadtteilarchiv und Kulturhaus), die im August 2018 zum Eppendorfer Soziokultur e.V. fusionierten, auf der Baustelle zu einer Besichtigung eingeladen. 

   Im jetzigen Zustand braucht es viel Phantasie um zu erkennen, wie das später aussehen wird. Noch ist alles im Rohzustand und Kabel hängen von der Decke. Klaus Kolb vom Kulturhaus Eppendorf gab den interessierten Besucher*innen zunächst von außen einen Überblick darüber, wo die Hamburgische Brücke ihre Räume haben wird, wo die Sozialstation oder die Bewohner*innen der Baugemeinschaft einziehen werden. Er klärte auch über die topografische Besonderheit des alten Hauses auf - es ist gleichsam in einen Hügel hinein gebaut. Auf diese Weise liegen die vorderen Räume auf Straßenniveau und die hinteren werden  über spezielle Lichthöfe beleuchtet.
Noch ist das Gebäude nur über Bretter zugänglich.
   Die Fläche der neuen Räumlichkeiten vom Eppendorfer Soziokultur e.V.  wird sich auf  600m² belaufen, inklusive der Gastronomie, die ja ein eigener Bereich ist. Zum Vergleich: Das jetzige Kulturhaus hat eine Fläche von  300². Der neue Saal befindet sich in einem Anbau und ist schallentkoppelt. Das heißt, dass seine Wände das restliche Gebäude nicht berühren und die Lärmbelästigung somit reduziert wird. Die vier Gruppenräume, der Saal und alle Büroräume haben in Zukunft ihren Eingang über die ürsprüngliche Pforte des ehemaligen Krankenhauses. Einen Raum teilt sich der Verein mit der Hamburgischen Brücke, die in den Erdgeschoss im rechten Flügel einziehen wird. Dieser Raum wird von beiden Seiten zugänglich sein, je nachdem wer den Raum gerade braucht.
Der große Saal
Der Empfangsbereich
MARTINIerLEBEN, das Stadtteilarchiv und das Kulturhaus Eppendorf werden die neuen Räume im Februar 2019 beziehen. Nachdem sich alle etwas eingerichtet und eingelebt haben, sind für Ende April/Anfang Mai Eröffnungsfeierlichkeiten geplant. 

   Nach der Begehung des Geländes fand im Kulturhaus Eppendorf eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt. Einige Leute aus der Besichtigungsgruppe, zukünftige Bewohner*innen des neuen Gebäudes, Mitglieder und Mitarbeiter*innen der drei beteiligten Vereine und Vertreter*innen von kooperierenden Institutionen wie der Bethanien Höfe, der Gemeinde St. Martinus und des Seniorencentrums ELIM, haben sich an den fünf großen Tischen versammelt.

   Mit einem Gong-Schlag wechselten die Teilnehmer*innen zu den jeweils anderen Tischen an denen andere Ansprechpartner*innen saßen. In lockeren Gesprächen hatten sie die Aufgabe, offene Fragen zu stellen oder Ideen einzubringen, die von den Mitarbeiter*innen bei einer Abschlussrunde aufgegriffen und kommentiert wurden. Beispielswiese tauchte die Frage auf, ob das Repair-Café nach dem Umzug weitergeführt wird, wie die drei Vereine die Eröffnung planen, wie noch mehr generationsübergreifende Angebote geschaffen werden können oder ob eine offene Jamsession für Anfänger*innen geplant ist (ähnlich wie die Musiktage, nur regelmäßig).

    Alles in allem waren die Besucher*innen, was die Zukunft von MARTINIerLEBEN und den anderen beiden Vereine Stadtteilarchiv und Kulturhaus Eppendorf nach dem Umzug  betrifft, optimistisch gestimmt. Einiges wird  in den neuen Räumen sicher ungewohnt sein aber vieles wird auch besser wie zum Beispiel die akkustische Induktionsanlage im neuen Saal, die es Menschen mit Hörgeräten ermöglicht, den Sound direkt aufs Gerät zu empfangen. Und natürlich werden alle Räume barrierefrei zugänglich sein.
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(Text: Larissa Rode; Fotos: K-D. von Krug)

Dienstag, 19. Januar 2016

Künstlerische Aktionen im Martini-Quartier

Studierende wollen Schwung in das
nachbarschaftliche Leben bringen
Das soziale und kulturelle Leben im Quartier zwischen Martinistraße, Tarpenbekstraße und UKE ist vielfältig. Zum Beispiel das Kulturhaus Eppendorf ist Knotenpunkt vielfältiger Aktivitäten. Dem steht das andere Quartiersleben vieler älterer Bewohner gegenüber, das fast nur hinter Mauern stattfindet – in Einrichtungen und Wohnstiften. Spaziert man durch die Schede- und Frickestraße, blickt man auf ehrwürdige alte Fassaden, die historischen Charme ausstrahlen, leider aber oft mit Verschlossenheit und Exklusion einhergehen. Im Martini-Quartier gibt es mehr Single-Haushalte mit alleinstehenden älteren Menschen als irgendwo sonst in Hamburg.

Der Verein MARTINIerLEBEN hat sich zur Aufgabe gemacht, das soziale Leben im Quartier zu beleben. Die Menschen sollen hier generationsübergreifend zusammenleben und ihre persönlichen Begabungen in kreativer Weise entfalten können. Ein solcher Lebensraum ist sogar gesundheitsfördernd. Er bietet zudem Raum zur Fürsorge für kranke und alte Menschen, Kindern und Familien, unabhängig von professioneller Hilfe.

Jetzt erhält MARTINIerLEBEN Unterstützung künstlerischer Art durch Studierende des Studiengangs Expressive Arts in Social Transformation an der MSH Medical School Hamburg. Eng abgestimmt mit den Bedürfnissen der Bewohner des Martini-Viertels werden die Studierenden in den kommenden Wochen Nachbarschaft, Intergenerativität und Individualität erlebbar machen. Eine Serie künstlerischer Aktionen bringt die besondere intermediale Qualität des Studiengangs mitten ins städtische Leben: Straßentheater, Fotografie, Poesie und Performance. Thematisiert wird: Isolation, Barrieren und die Potentiale von Begegnung und Interaktion. Auch der Umbau des ehemaligen Bethanienkrankenhauses zum sozialen und kulturellen Zentrum Martini44 soll genutzt werden. Ihren Höhepunkt finden die Aktionen im großen Kunstevent Kunstklink 2016, das am 18. und 19. Juni im Quartier stattfinden wird.

Mittwoch, 20. Mai 2015

Viel Engagement und ein finanzieller Hilferuf

Ein Bericht von der Ideen- und Planungswerkstatt am 25. April 2015

bald mehr
Generationenübergreifendes?
Uli Thomas, Pastor von St. Martinus, hatte den rund 30 Werkstatt-Besucherinnen und Besucher zu Beginn einen wonnevollen Samstag gewünscht. Gemeinsam wurden Vorschläge für zukünftige Aktivitäten des Vereins gesammelt, in entspannter Atmosphäre mit einem Schlag Ingwer-Möhrensuppe als Zugabe. Problem wird nun sein, aus dem bunten Strauß voller Vorschläge die machbaren herauszuziehen.

Mit einer Vorstellungsrunde ging es los, gefolgt von ‚Berichten aus der Wirklichkeit‘:
Welche Erfahrungen habt Ihr mit MARTINIerLEBEN gemacht, was gefällt Euch (nicht so) gut?
Diese Fragen hatte der Vorstand mehreren Kooperationspartnern gestellt. Die Rückmeldungen waren durchweg positiv, allerdings verbunden mit dem Wunsch nach mehr Präsenz im Stadtteil und mehr generationenübergreifenden Aktivitäten.

Klaus Kolb lieferte zum Einstieg eine Zustands-Beschreibung: Im ehemaligen Krankhaus Bethanien hat der Umbau begonnen. Nicht nur 90 Sozialwohnungen soll es dort künftig geben, sondern auch das neue Kulturzentrum Martini44, künftig Heimat u. a. für das Kulturhaus Eppendorf und das Quartiersbüro von MARTINIerLEBEN. Derzeit wird die historische Fassade in der Martinistraße gesichert, damit das Gebäude dahinter neu gebaut werden kann. Ende 2017 soll der Neubau fertig sein.

Unterdessen geht auch der Neubau der Bethanienhöfe gegenüber in die Endrunde (Träger: Bethanien Diakonisse-Stiftung): Im Juli ziehen die Schwestern ein, im August die ersten Bewohnerinnen und Bewohner. 

Schließlich gab Klaus ein Rückblick auf die bisherigen Ideen- und Planungswerkstätten. „Sechs neue Aktivitäten sind 2014 entstanden“, berichtete er. Im NachbarNetzCafé, im Repair-Café, in der Eppendorfer Masche und beim Schenkvernügen gibt es vielfältige Mitmach-Möglichkeiten, daneben im schon älteren Singen für Jung und Alt, der AG Barrierefrei sowie (ganz neu) in der Computer-Schule.

Uli Thomas betrachtete anschließend unseren Verein von höherer Warte. Der Kita-Chor gemeinsam mit den älteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern, sei ein „echter Glückstreffer“, ein wunderbares Beispiel für unser Motto „Gemeinsam in Eppendorf“. Allerdings räumte der Pastor ein, traditionelles und unbefristetes Ehrenamt sei „ein Auslaufmodell“, das fast nur noch von der Generation 50plus hochgehalten werde. Der Trend gehe zur Arbeit in Projekten, verbunden mit individuellem Lustgewinn.

Elisabeth Kammer vom MARTINIerLEBEN Quartiersbüro wies auf einen geplanten Stadtführer für Eppendorf hin - als Gemeinschaftsprojekt von Konfirmanden und AG Barrierefrei geplant. Ein Antrag auf Förderung durch die Robert Bosch-Stiftung ist gestellt. In diesem Plan sollen unter anderem Betriebe und Geschäfte genannt werden, die ihre Zugänge barrierefrei gestalten.

Nach kurzer Tee- und Kaffeepause begannen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in drei Arbeitsgruppen ihren Gedanken freien Lauf zu lassen – und diese anschließend zu sammeln. Elisabeth Kammer scharte um sich an generationenübergreifenden Projekten Interessierte. Beispiele: Projektarbeit mit Schulklassen, Hausaufgabenbetreuung durch Ältere oder auch Krabbelgruppen in einem Forum von Jungfamilien.

Rika Tjakeas Gruppe warf kritische Blicke auf die Öffentlichkeitsarbeit, Flyer, Plakate und den Internet-Auftritt. Nachgedacht wurde u. a. über ein geändertes Logo für den Verein, Bilder mit älteren und jungen Menschen und ein praktischeres Format für den Newsletter.

Klaus Kolb schließlich versammelte Zahleninteressierte um sich und versuchte Antworten zu finden auf die Fragen, was braucht, hat und fehlt MARTINIerLEBEN? Wichtigstes Ergebnis: MARTINIerLEBEN braucht Geld. Der Verein sollte einen finanziellen Hilferuf hinausposaunen - wo immer Mitglieder mit Leuten im Quartier, in Behörden und Stiftungen zu tun haben. Und unsere Erfolge sollten besser kommuniziert, die Zusammenarbeit mit anderen Initiativen gesucht werden. 

Text und Bilder: Hans Loose

Mittwoch, 30. April 2014

Kulturpreis der Bezirksversammlung Hamburg-Nord für 2013 geht an die Kunstklinik Bethanien!

 Das Kulturleben im Bezirk Hamburg-Nord hat viele funkelnde Facetten. Größere Kultureinrichtungen mit hamburgweiter Ausstrahlung leuchten hier ebenso wie zahlreiche kleinere Institutionen, engagierte Initiativen und Vereine auf Stadtteilebene. Daher fand die diesjährige zehnte Verleihung des Kulturpreises am 16.4. 14 unter dem Sternenhimmel des Planetariums Hamburg statt.

Der Kulturpreis würdigt ein Projekt, das im vergangenen Jahr in besonderer Weise zum Kulturleben im Bezirk Hamburg-Nord beigetragen hat. In diesem Jahr bekommt das von der Sparda Bank gestiftete Preisgeld von 2.000,- Euro die Kunstklinik Bethanien, ein Projekt von Kulturhaus Eppendorf und den Vereinen crazyartists und MARTINIerLEBEN.

Im Juni 2013 wurde das leerstehende Krankenhaus Bethanien an der Martinistraße in Eppendorf ein Wochenende lang zur großen Galerie. 80 Hamburger Künstlerinnen und Künstler stellten ihre Werke aus und setzten die verlassenen Räume ganz neu in Szene. In der ehemaligen Großküche und im Bewegungsbad gab es Lesungen, Theater und Musik. Das Projekt brachte unterschiedliche Menschen öffentlich zusammen, sorgte für den Abbau von Vorurteilen und stand für den Zusammenhang von Kunst, Gesundheit und Kommunikation, unwichtig, ob man jung, alt, behindert oder nichtbehindert ist. Über 2.000 Besucher haben die Kunstklinik besucht und kamen, wie ein Besucher sagte, gesünder raus als sie reingegangen waren. Christopher Seyd, Leiter der Jugendmusikschule Hamburg und der Sprecher der Preis-Jury: „Die Kunstklinik Bethanien ist gerade deshalb ein Beispiel für gelungene Inklusion, weil es nicht in erster Linie um diese ging. Sie hat Künstler und Besucher - ob mit oder ohne Handicap - gleichberechtigt auf der Ebene der Kunst und Kultur zusammengebracht.“

Nach dem großen Erfolg im letzten Jahr gibt es am 24./25 Mai die Kunstklinik Martini 44 im leerstehenden Krankenhaus. Das Programm: www.kunstklinik-martini44.de.

Fotos: Bernd Hellwage

Donnerstag, 9. Januar 2014

Kunstklinik 2014

Schriftmontage der Phönixklasse
Liebe bildende Künstlerinnen und Künstler, liebe Kunstinteressierte,

die Kunstklinik 2014 wird stattfinden am

Samstag, den 24. Mai von 12 -20 Uhr und Sonntag, den 25. Mai von 12 -18 Uhr im ehemaligen Krankenhaus Bethanien, Martinistraße 44.

Wir bieten für ein Wochenende Künstlern Raum, sich und die eigene Kunst zu präsentieren. In ca. 50 ehemaligen Patientenzimmern des ehemaligen Krankenhauses soll es Kunstausstellungen, Kunstaktionen, Theater, Musik und Information geben. Alle Informationen gibt es hier als pdf-Dokument.

Die Homepage der Kunstklinik Bethanien 2013 findet Ihr hier.

Freitag, 9. August 2013

Filmdreh 'Kunstklinik'

Am 7. August war der Filmemacher Martin Steimann (links) bei uns, um kleine Interviews für die Dokumentation über die große Veranstaltung Kunstklinik Bethanien zu drehen.
Die Mitglieder des Organisationsteams Iris Ohde (rechts), Klaus Kolb (Kulturhaus Eppendorfunten Mitte),  Rika Tjakea (MARTINIerLEBEN) und Peter Lanzoni (crazyartists, unten links) versuchten, alles wichtige in kurze und vollständige Sätze zu fassen. Hoffentlich ist es gelungen. Das Ergebnis wird in naher Zukunft zu sehen sein.


















Hinterher ist uns natürlich noch ganz viel eingefallen, was wir hätten sagen wollen.

Sonntag, 28. Juli 2013

MARTINIerLEBEN im Hamburg Journal

Bildschirmfoto Hamburg
Journal, NDR: Klaus Kolb
Peter Finke (BVE eG)
Im NDR Hamburg Journal wurde am 27.7.13 ein kurzer Bericht über die zukünftige Gestaltung des ehemaligen Krankenhauses Bethanien gesendet, an der MARTINIerLEBEN seit langem arbeitet. Unter diesem Link könnt Ihr die Sendung sehen.

Krankenhaus Bethanien: Mobilitätstraining und Architekturwettbewerb

Aus unserem aktuellen Newsletter

Der HVV-Mobilitätshelfer für Senioren Michael Krieger
zeigt, wie es sich am besten rollt (Foto: Andrea Jungclaus).
HVV-Mobilitätstraining
Im Rahmen der Kunstklinik fand am Sonnabend, den 7.6. in der Frickestraße in einem HVV-Bus ein Mobilitätstraining statt. Zwei geübte Rollstuhlfahrer standen allen bei, die das Bus-Berollen mit Rollstuhl oder Rollator ausprobieren wollten. Die Rolli-Unerfahrene Andrea Jungclaus hat es gewagt: „Mir ist vor allem aufgefallen, wie unangenehm es ist, immer nach oben sehen zu müssen. Wie mir die Profis mitgeteilt haben, sind sie besonders genervt, meistens nur die Hinterteile ihrer Mitmenschen zu sehen. Und man braucht wirklich Muckis für einen mechanischen Rollstuhl. Mit der richtigen Körperhaltung, viel Kraft und etwas Schweiss habe ich es dann in den Bus geschafft. Wenden und runterrollen ist leichter, aber Vorsicht - bremsen! Das Training war eine eindrucksvolle Erfahrung, die dabei hilft, noch mehr Rücksicht zu nehmen. “

Architekturwettbewerb für das Krankenhaus
Und wie geht es weiter mit dem Krankenhaus Bethanien? In den letzten Wochen fand im Hinblick auf den zukünftigen Umbau ein Architekturwettbewerb statt. Fünf Hamburger Büros beteiligten sich an dem ,freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb‘. Das Preisgericht tagte am 17.6. und hat die Preisträger bereits ermittelt. Im August werden alle Entwürfe und die Entscheidung der Jury im Kulturhaus Eppendorf vorgestellt. Wir werden über den Termin informieren.

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