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Dienstag, 12. Januar 2016

Dunkle Gehwege und eine unveröffentlichte Richtlinie

Seit über einem Jahr bemühen sich Mitglieder des Vereins MARTINIerLEBEN um mehr Licht auf den Wegen des Quartiers - mit eingeschränktem Erfolg. Dabei wohnen im Bereich von Schede-, Fricke-, Tarpenbek- und Martinistraße über 600 ältere Menschen; viele von ihnen sind nur eingeschränkt mobil. „Gerade für sie sind Sicherheit und Wohlbefinden im öffentlichen Raum ein entscheidender Faktor für ihre Teilnahme am öffentlichen Leben", erklärt Wolfgang Hinsch von der AG Barrierefrei des Vereins. In einem Brief im Januar 2015 an den zuständigen Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) kritisiert Hinsch: „Es gibt keine einheitlichen Lichtverhältnisse. Die Lichtquelle der Bogenleuchten ist hauptsächlich auf Fahrwege gerichtet – und nicht auf die Gehwege. Ihre Ausleuchtung ist teilweise von Straßenseite zu Straßenseite unterschiedlich.“ Beispielsweise in der Schedestraße: „Der Abstand zwischen zwei Bogenlampen ist mit 50-60 Metern etwa doppelt so groß wie in den benachbarten Straßen." Die AG Barrierefrei hat daher vorgeschlagen, Straßenleuchten so nachzurüsten, dass unterhalb der vorhandenen Lichtquelle eine zusätzliche, auf den Gehweg gerichtete Leuchte angebracht wird.

Der LSBG sieht in seinem Antwortschreiben keinen Handlungsbedarf. Er beruft sich auf den ‚Hamburger Beleuchtungsstandard für vergleichbare Straßen‘. Immerhin kündigt der Landesbetrieb an, mit einem Rückschnitt der Bäume in der Schedestraße mehr Licht zu schaffen. Details zum ‚Beleuchtungsstandard‘ bekommt MARTINIerLEBEN zunächst nicht. Auf intensive Nachfrage nennt Gérard Rose, Fachbereichsleiter Management Technische Anlagen, Details zu diesen LSBG-Standards: „Hauptverkehrsstraßen mit diversen Nutzern werden grundsätzlich heller beleuchtet als ruhige Anliegerstraßen. Auf Hauptverkehrsstraßen ist der Abstand der Maste abhängig von deren Höhe. Im Bestand sind Regelabstände von ca. 30 bis 40 Metern anzutreffen, seltener 45 Meter. Die Abstände weichen in der Praxis geringfügig von den Regelabständen ab […] In für den Verkehr untergeordneten Straßen (z.B. Wohnstraßen, Anliegerstraßen) sind Abstände von 60 Metern zwischen den Masten vorgesehen.“

Den Wunsch auf Einblick in die erwähnte Beleuchtungsrichtlinie weist Rose zurück. „Ein internes Arbeitspapier für den internen Dienstgebrauch", erklärt er. Weitergabe? Nicht möglich. Bei Licht betrachtet plant und arbeitet der Landesbetrieb in Beleuchtungsfragen damit weitgehend unkontrolliert. Und das macht Veränderungen im Beleuchtungskonzept zum Nutzen der Eppendorfer BürgerInnen schwierig.

Eine Vermutung hat sich Wolfgang Hinsch nach den Recherchen von ME aufgedrängt: „Auf Fußgänger ist die fragliche Richtlinie nicht ausgerichtet. Es geht schwerpunktmäßig um die Beleuchtung der Straßen, nicht der Gehwege.“

Bilder und Text: Hans Loose

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Halbachsig parken - mehr Bewegungsfreiheit auf dem Gehweg Frickestraße

Unsere AG Barrierefrei steht kurz davor, wieder eines ihrer Ziele zu erreichen: Am 28. September 2015 hat der Regionalausschuss einstimmig beschlossen, dass Autofahrer in der Frickestraße vor den Wohnstiften künftig mit zwei Rädern auf der Straße parken sollen. „Halbachsig“, wie die Verwaltungsleute sagen, um nicht den ohnehin schmalen Fußweg entlang der Wohnstifte weiter einzuengen. Heidemarie Lange von der AG Barrierefrei freut sich: „Die Abgeordneten aller Parteien haben unserem Anliegen zugestimmt.“ Heidemarie hatte gemeinsam mit Wolfgang Hinsch die Argumente der Arbeitsgruppe vorgetragen.

Mehr als fünf Jahre hat die AG für dieses Ziel gekämpft. Der Gehweg in der Frickestraße zwischen Schede- und Martinistraße vor den Wohnstiften: Bäume und zwischen ihnen Gehwegparker engen den Fußweg ein, auf eine Breite von lediglich 1,5 Meter. Beim ‚nachlässigen’ Gehwegparken vieler Autofahrer wird der Fußweg noch schmaler. Menschen im Rollstuhl oder mit Kinderwagen werden erheblich behindert.


MARTINIerLEBEN legte im Oktober 2010 ein Gutachten vor, in dem u.a. bereits auf die ‚Konflikte Frickestraße’ hingewiesen wurde. In mehreren Ortsbesichtigungen demonstrierte die AG Barrierefrei Politikern und Verwaltungskräften, dass selbst Personen ohne Handicap kaum neben den auf dem Gehweg parkenden Autos aneinander vorbei gehen können, ohne sich zu berühren. Noch schwieriger wird es für Menschen mit Rollator, und gar keine Chance haben einander begegnende Rollstuhlfahrer.

Während Mitglieder der AG (digitale) Fachliteratur wälzten, stießen sie auf Aussagen des Forschungsinformationssystems zu Bürgersteigen. Die vom Verkehrsministerium geförderten Wissenschaftler empfehlen bei Neubauten eine Gehwegbreite von mindestens 2,50 Metern - für Personen ohne Behinderung, wohlgemerkt. Für bestehende Gehwege gilt in Hamburg eine Mindestbreite von 1,50 Metern. Hilfreich war auch der Blick in die Verwaltungsvorschrift zur Straßen-Verkehrs-Ordnung. Zum Gehwegparken heißt es da: „Das Parken auf Gehwegen darf nur zugelassen werden, wenn genügend Platz für den unbehinderten Verkehr von Fußgängern gegebenenfalls mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrern auch im Begegnungsverkehr bleibt …“

Mit diesen Argumenten gut vorbereitet gingen Heidemarie und Wolfgang in die Regionalausschusssitzung. Wolfgang Hinsch: „Wir hoffen nun, dass Bezirksamt und Polizei den gemeinsamen Beschluss auch umsetzen.“ Eng wird es bei dieser Lösung natürlich trotzdem beim Passieren der Straßenbäume, die die Frickestraße alle paar Meter zieren. Jedenfalls noch.

Bilder: Wolfgang Hinsch und Hans Loose
Text: Hans Loose

Dienstag, 31. März 2015

Frühjahrsputz - MARTINIerLEBEN räumt auf

Bei kühlem sonnigem Kaiserwetter hatten sich insgesamt 10 Mitglieder aus den AGs Barrierefrei und RepairCafé am ‚Roten Platz‘ an der Ecke Schede- und Frickestraße versammelt. Wir wollten im Zuge der Aktion 'Hamburg räumt auf' da weitermachen, wo die orangen Saubermänner schwächeln – auf den Grünstreifen und Gehwegen rund um unser Quartier.

Die Stadtreinigung Hamburg stellte allen Freiwilligen kostenlos Handschuhe und Müllsäcke zur Verfügung, die man in einer 5 Tage-Frist vom Recyclinghof in Niendorf abholen konnte. Für das nächste Mal wünschte Elisabeth sich, dass Säcke und Handschuhe beim Bezirksamt oder im Kulturhaus abgegeben werden könnten, um es den Helfern leichter zu machen. Offenbar werden von der Stadtreinigung die Gehwege nicht ausreichend gereinigt, und auch die beiden roten Papierkörbe in der Schedestraße nicht alle zwei Tage geleert.

So war eine der ersten Aktionen der freiwilligen HelferInnen, den überlaufenden Müllbehälter an der Sitzgruppe zu entleeren. Der Platz um die Bänke und unter der Hainbuche wurde gefegt und von Zigarettenstummeln sowie Zeitungsresten befreit. Unterdessen machten sich Ulrike, Heida und Klaus daran, die Erde der beiden Blumenkübel (eine Spende des alten Schwesterheims Bethanien) aufzubereiten. Zwei Paletten mit Gänseblümchen und Stiefmütterchen, von Ulrike besorgt, fanden in den Kübeln ihr neues Zuhause. Anschließend machten wir Aufräumenden uns mit Besen, Schaufel und zwei ‚Optikerzangen‘ über Gehwege und Straßenbegleitgrün her. Außerdem bedurften einige Ecken und Beete rund ums Kulturhaus unserer Aufmerksamkeit. Bilanz der anderthalbstündigen Aktion: acht Müllsäcke, gefüllt mit verdorrtem Laub, Erde, Sand, Kippen, Papier und Glasstücken.

Putzmunter stürzten wir uns nach getaner Arbeit im Kulturhaus Eppendorf auf Kaffee, Saft und Topfkuchen. Die Gehwege im Quartier sind jetzt gefegt, die Grünflächen vom Dreck gereinigt. Wenn es in den nächsten Tagen regnet, werden auch die Blümchen wachsen und gedeihen.

Auf unsere Nachfrage bestätigt die Stadtreinigung, dass die Leerung der Papierkörbe weiterhin zwei Mal pro Woche erfolgen soll. Das hat in den letzten Wochen nicht richtig funktioniert, weil ein Mitarbeiter krank war. In den kommenden Tagen wollen die Profi-Reiniger vor Ort prüfen, wie die Situation im Quartier weiter verbessert werden kann, evtl. durch einen dritten Papierkorb.

Die Stadtreinigung – auch die WasteWatcher - erreichen Sie unter der Hotline ‚Saubere Stadt‘ unter 040 / 25 76 11 11 und über dieses Onlineformular. Genau 1.999 Aufträge haben HamburgerInnen allein im Januar 2015 bei dieser Hotline gemeldet. 1.784 Aufträge wurden nach offiziellen Zahlen bis Ende des nächsten Arbeitstages erledigt, 149 innerhalb von drei Tagen und 66 nach mehr als drei Tagen.

Text und Bilder: Hans Loose 

 Zum Vergrößern auf ein Bild klicken:


Dienstag, 9. Dezember 2014

Kochprojekt 1.0

Es begann mit Orangen-Möhren-Ingwer Suppe und Blumenkohl-Kartoffel-Curry leicht und locker und endete beschwingt mit Lachsquiche und Wok-Gemüse. Die Rezepte brachten die Beteiligten dieses generationenübergreifenden ‚Pilot-Projekts’ mit und dazu jeweils eine persönliche Geschichte, die nachher beim Essen vorgetragen wurde.

Desserts und neue Beilagen tauchten ebenso ‚aus dem Nichts’ auf wie neue Teilnehmer. Die Gruppe wuchs noch bis zum letzten Treffen, da fanden sich Vierzehn ein. Einträchtig und hingebungsvoll wurden Massen von Pfifferlingen von 16-, 46- und 76jährigen geputzt, 2 Kilo argentinische Steakhüfte in appetitliche Stücke geschnitten und Schupfnudeln unter Kasselerwürfel und Sauerkraut gemischt.

Drei Generationen fanden sich nicht immer pünktlich um 18 Uhr ein, aber alle fanden schnell eine Aufgabe und am Ende immer einen gemütlichen Platz am Tisch. Ein pünktliches Ende um 21 Uhr gab es auch nie, weil alle Mühe hatten, ein Ende der Gespräche zu finden. Viel zu lachen hatten die Kochenden und Speisenden sowieso.

Ab dem Jahr 2015 soll es mit dem Kochprojekt 2.0 losgehen, das mindestens einmal stattfinden wird.

Uli Thomas, Pastor in St. Martinus, Eppendorf
Fotos: Sabine Burke, K-D von Krug

 

Dienstag, 28. Oktober 2014

Eine Buche und zwei Nasen -
 Besuch in der AG Barrierefrei

Wie an jedem ersten Montag im Monat haben sich die Mitglieder der AG Barrierefrei im Kulturhaus Eppendorf versammelt. Heute steht ein besonderes Highlight auf dem Programm: Eike Deuter vom UKE berichtet über die aktuellen Baupläne zur neuen Kinderklinik. Der Projektleiter stellt sich den kritischen Fragen der ehrenamtlichen Barrierefreiheits-Aktivisten. Beherrschendes Thema für den Abend ist das UKE-Neubauprojekt. Anschließend gibt es Berichte vom Regionalausschuss und aktuelle Themen aus dem Quartier.


„Wir entwickeln das gesamte Gelände rund um eine 100 Jahre alte Hainbuche", berichtet der Dipl. Wirtschafts-Ingenieur. Das alte Areal der Orthopädie hat die Buche bereits überlebt, bisher verschonten Abrissbirne und Bagger den Baum ebenfalls. Auf Bildern zeigt Eike Deuter, wie verstreut die Einrichtungen für Kinder derzeit auf dem Krankenhausgelände liegen. Lange Wege zu Spezialabteilungen und in Operationssäle sind die Folge. 
Das soll sich in drei Jahren ändern: Bis zu 150 kleine Patienten können künftig im ‚Kinder-UKE’ gleichzeitig versorgt werden.

Die langlebige Hainbuche
Deuter: „Wir bieten kindgerechte Spitzenmedizin unter einem Dach." Auch für schwerkranke Kinder gibt es Angebote - sechs Plätze für Knochenmarktransplantation, weitere für Hämatologie und Onkologie. „Können denn Eltern mit aufgenommen werden?", möchte Christa Heidsieck-Hess wissen. "Elternbetten werden in jedes Zimmer gehören", kündigt der UKE-Planer an. In hübsch gestalteten Spiel- und Aufenthaltsräumen findet sich das Grün des alten Baumbestands wieder, aber auch Schiffsmodelle zum Klettern stehen bereit. „Maritime Elemente sind eine Verbeugung an die Sponsoren", schmunzelt Eike Deuter. In der Tat: Geldgeber werden für das Projekt noch dringend gesucht. 69,5 Millionen Euro kostet der Neubau; der Senat finanziert davon knapp ein Drittel. Rund 20 Millionen Euro sollen durch Unterstützer eingeworben werden. Projektleiter Deuter: „Das Kinder-UKE ist auf Spenden angewiesen, jeder Cent ist wichtig.“ Ein Satz, der zwar verständlich ist, jedoch bei einer Reihe von AG-Mitgliedern auf Unverständnis stößt: Schließlich ist Hamburg eine reiche Stadt, leistet sich Mega-Projekte wie die Elbphilharmonie und bewirbt sich nun auch noch für Olympia.

Weitere Informationen durch den UKE-Planer: Es wird keine neue Tiefgarage geben, geplant sind 38 oberirdische Besucherstellplätze. In dem Komplex wird auch ein Bistro eingerichtet. „Was ist mit dem barrierefreien Zugang?“, fragt Rollstuhlfahrerin Heike Wandke. Die Kinderklinik wird künftig zwei Zuwege von der Martinistraße aus haben, erfährt die Arbeitsgruppe: einen für Autos, den anderen für Fußgänger, auch mit Rollatoren. Nun bringen Elisabeth Kammer und Wolfgang Hinsch die Ampellösung ins Gespräch: eine zweite Querung der Martinistraße auf Höhe des Eingangs zum Eppendorfer Park. Sie würden es begrüßen, wenn das UKE dieses Anliegen unterstützen würde. „Die Gitter müssten allerdings verschwinden“, sagt Wolfgang. Dann kämen Fußgänger gefahrlos vom neuen Ausgang des Krankenhauses in den Park - und umgekehrt. „Derzeit sollen die Gitter Radfahrer abhalten“, erklärt Eike Deuter. Er sagt zu, die Idee mit seinen Kollegen zu besprechen. Heike und Elisabeth haben Fragen, die den Verkehr auf dem UKE- Gelände betreffen. „Wer kümmert sich um die Behindertenparkplätze?", möchte
Grafik: UKE
Heike wissen. Diese sind häufig zugeparkt. Ursache sind seit vier Monaten die vielen Baustellen, erfahren die Teilnehmer. Herr Deuter kündigt aber an: „Der Sicherheitsdienst kümmert sich um das Problem.“ Elisabeth kritisiert: „Es wird so viel gerast auf dem Gelände." Dazu Deuter: „Ansprechpartner ist das Beschwerdemanagement.“ Ihm sei das Problem allerdings noch nicht aufgefallen. Für alle, die über den Neubau des Kinder-UKE auf dem Laufenden bleiben wollen, hat das UKE eine eigene Website eingerichtet. Dort findet man einen Film über die neue Kinderklinik, kann per Webcam einen Blick auf die Baustelle werfen und schon mal die Geschosspläne begutachten.

Im Anschluss an Vortrag und Diskussion berichtet Heidemarie Lange von der letzten Sitzung des Regionalausschusses Eppendorf-Winterhude. Die AG hatte in einem Schreiben an den Ausschuss einige Vorschläge zur barrierefreien Umgestaltung des Quartiers gemacht. Das Schreiben konnte aus Zeitgründen nicht behandelt werden: Die Zukunft des Eppendorfer Marktplatzes (Tre Castagne) beherrschte die Diskussion. Daher planen Heidemarie und Wolfgang, am 12. November 2014 erneut den Ausschuss aufzusuchen. An dem Tag wird das Schreiben von MARTINIerLEBEN wieder auf der Tagesordnung stehen.

Neues gibt es von der gewünschten Querungshilfe in der Schedestraße: Die beiden Sperrflächen (die sogenannten Nasen) sollen noch in diesem Jahr kommen, hat Heike erfahren. Männer im Auftrag des Bezirksamts haben vor wenigen Tagen die künftige Sperrfläche vermessen. Künftig wird für Rollstuhl- und Rollatorfahrer der Weg über die Straße endlich sicherer und einfacher.

Text und Bilder: Hans Loose

AG barrierefrei
Stichworte: Altersgerechte Stadt, Barrierefreiheit, Mobilität, Gestaltung und Verbesserung des öffentlichen Raums für Kinder, Alte und Behinderte u.a..

Selbstdarstellung als pdf-Datei
Termin: jeden 1. Montag im Monat, 18.00 Uhr

Ort: Kulturhaus Eppendorf, Julius-Reincke-Stieg 13a (rollstuhlgerecht)

Kontakt: Wolfgang Hinsch, Tel. 480 31 19
Neue TeilnehmerInnen sind willkommen!

Freitag, 17. Oktober 2014

Stricken - Ruhe im Sturm

Nahaufnahme
Das Oktobertreffen der Eppendorfer Masche ließ sich schwierig an: Neben den MARTINIerLEBEN-Aktivitäten habe ich noch einen 'kleinen Nebenjob' als Veranstaltungsmanagerin im Kulturhaus Eppendorf, und am Donnerstag hatten wir erstens eine Lesung über 'Goethes Italienische Reise' mit Vera Rosenbusch und Lutz Flörke im Haus, zweitens veranstalteten Amnesty International einen eigenen Vortrag  - und drittens sagte überraschend unsere (prinzipiell sehr zuverlässige!) Bistrokraft ab (und ich saß an unserem neuen Programm). Die zweite Bistrokraft war im Urlaub, die dritte hatte etwas anderes vor, zwei Kollegen aus dem Haus waren ebenfalls im Urlaub (das sollte verboten werden!) und mögliche HelferInnen, die ich telefonisch erreichte, hatten: zu arbeiten / ebenfalls Urlaub / Theaterkarten / eine Wohnungsbesichtigung / etwas anderes vor.

Ab 17:00 trudelte die Eppendorfer Masche ein, während ich zerzaust im Haus herumhuschte, Saal, Licht, Abendkasse und Bistro vorbereitete und mich darauf gefasst machte, am Bistrotresen gleichzeitig Karten zu verkaufen. Lutz und Vera sagte ich, dass sie notfalls mit einer Lichteinstellung zurechtkommen oder jemanden zum Hebelschieben mitbringen müssten.


Um halbsechs rief meine Kollegin Maria aus dem Stadtteilarchiv an, um mich zu bitten, noch einen Termin in das Kulturhaus-Programm aufzunehmen. Dass ich daran schon selbst gedacht hatte, machte sie so froh, dass ich sie hinterlistig fragte, ob sie abends schon etwas vorhätte. Kurz: Maria half mir aus der Not, stellte sich an die Kasse und regelte wunderbar das Licht für die Lesung. Die Amnesty International-Gruppe kam perfekt allein zurecht und ich stand im Bistro und hatte viel Vergnügen mit den anderen Handarbeiterinnen, die sich von dem Betrieb um sie herum nicht aus der Ruhe bringen ließen.


Die 'Eppendorfer Masche' fand das erste Mal im Kulturhaus statt - vorher hatten wir uns im Bürgerhäuschen getroffen, und die einhellige Meinung war: Sehr gemütlich haben wir es hier, das Licht reicht auch gut aus und Platz für weitere TeilnehmerInnen gibt es ebenfalls.

Bisher sind wir jedes Mal etwa sieben Frauen, haben es aber trotzdem schon geschafft, sowohl generationenübergreifend als auch multikulturell zu sein, oder wenigstens bikulturell. Interessant zu sehen ist, dass auch sehr unterschiedliche Frauen beim gemeinsamen Handarbeiten sofort ins Gespräch kommen, die Stimmung umgehend entspannt und lustig wird und anfängliche Hemmschwellen auch bei neuen Gästen ganz schnell weggestrickt oder -gehäkelt werden. Mit Männern steht der Versuch noch aus!

Rika Tjakea, Mitarbeiterin bei MARTINIerLEBEN, im Kulturhaus Eppendorf und selbständige Sängerin
3. Donnerstag des Monats, 17:00 - 20:00 
Workshop Eppendorfer Masche - gemeinsam stricken, häkeln, handarbeiten lernen - mit Expertinnen-Hilfe
Einfach Strickzeug bzw. eigene Handarbeit mitbringen und dazukommen - für absolute AnfängerInnen haben wir Nadeln und Wolle und eine Nähmaschine zum Ausprobieren da, jedes Mal gibt es einen kleinen Workshop für alle, die Lust haben, und die KönnerInnen helfen mit Tipps, Tricks und Anleitungen. Ansprechpartnerin: Rika Tjakea, Tel. 48 15 48, info@martinierleben.de
Ort: Kulturhaus Eppendorf (Bistro), Julius-Reincke-Stieg 13a (rollstuhlgerecht)

Samstag, 26. April 2014

Das ist die 'Eppendorfer Masche' - wir nehmen das Strickzeug

Auf der Ideen- und Planungswerkstatt am 5. 4. haben wir bei MARTINIerLEBEN verschiedene neue Projekte und Treffpunkte angeschoben - alles findet Ihr auf unserer Homepage unter den Arbeitsgruppen. Einen tollen Start hatten wir mit dem Strick- und Handarbeitstreff, der in Kooperation mit dem Bürgerhäuschen Eppendorf stattfindet (und IN demselben bzw. davor, wenn es wärmer wird). In der kühlen Jahreszeit suchen wir uns vielleicht ein wärmeres Plätzchen, aber erst einmal stricken wir uns durch Frühling und Sommer. Am vorigen Donnerstag waren wir bereits zu neunt und hatten es sehr lustig - und wir haben auch einen Namen für unsere Treffen gefunden: Eppendorfer Masche.

Für alle, die in Zukunft mitmachen wollen:

Eppendorfer Masche - gemeinsam stricken, häkeln, handarbeiten - immer am 3. Donnerstag des Monats von 17:00 - 20:00.
Einfach Strickzeug bzw. eigene Handarbeit mitbringen und dazukommen - für absolute AnfängerInnen haben wir Nadeln und Wolle zum Ausprobieren da - gemeinsame Projekte finden sich auch - und die KönnerInnen helfen mit Tipps, Tricks und Anleitungen. Getränke (und nach belieben Knabberkram) bitte selbst mitbringen, Geschirr und Wasserkocher vor Ort.

Ansprechpartnerin: Rika Tjakea, Tel. 48 15 48 (Kulturhaus Eppendorf), info@martinierleben.de
eine Kooperation von MARTINIerLEBEN und Bürgerhäuschen Eppendorf e.V.
Ort: Bürgerhäuschen im Eppendorfer Park (Bushaltestelle 'Eppendorfer Park')


Barrierefreiheit: das Häuschen selbst ist rollstuhlgerecht, die Toilette im Häuschen daneben hat eine kleine Stufe - wir helfen gern!