Dienstag, 10. Februar 2015

K-D von Krug lebt Nachbarschaft

Dienstag kurz nach 10. In Raum 4 des Kulturhauses Eppendorf hat Kurt-Dieter von Krug (bei den meisten Mitgliedern von MARTINIerLEBEN kurz ‚K-D‘ genannt) das kleine Quartiersbüro aufgebaut, in dem er jede Woche einen Vormittag lang mitarbeitet. Vor ihm stehen PC-Monitor, Laptop sowie zahlreiche Broschüren. Der Drucker ist im Regal versteckt, das Büro-Material stammt aus dem schwarzen Ordnerschrank. „Wir bereiten derzeit das nächste NachbarNetzCafé vor", erklärt K-D. Klaus aus dem Kulturhaus-Büro nebenan berichtet, wer sich zwischenzeitlich gemeldet hat und was zu tun ist. K-D fragt Elisabeth Kammer, die Hauptverantwortliche im Quartiersbüro, ob genug Kuchen mitgebracht wird. Angebote nimmt der Verein immer gern entgegen. Heute sollen noch 500 Einladungen per Email für die monatliche Kaffee-Tafelrunde verschickt werden. Der Hüter der Adresslisten hält seine Übersicht auch von zu Hause aus aktuell; ein kostenloser Speicher im Internet - die Dropbox – macht‘s möglich.

Der 75jährige frühere Wirtschaftsingenieur verwaltete nicht nur die Mitglieder - unterstützt von Klaus Kolb -, er ist auch als Frontmann im Einsatz. So erschien K-D vergangenes Jahr bei der großen Wochenend-Veranstaltung Kunstklinik im ehemaligen Krankenhaus Bethanien als Notarzt verkleidet. „Ich war der Handyman“, lacht er. Ausgestattet mit Werkzeug- statt Arztkoffer verlegte er Kabel, tauchte die Kunstobjekte ins rechte Licht, öffnete verschlossene Türen, sorgte für Absperrungen und vieles mehr.

Seit vier Jahren mischt Kurt-Dieter im Verein MARTINIerLEBEN mit. Einer Ideen- und Planungswerkstatt galt sein erster Besuch. Damals stellten unter anderem die Betreiber der künftigen Bethanienhöfe ihr Projekt vor. K-D träumte vom preiswerten Altersruhesitz mit seiner Frau in dieser dynamischen Nachbarschaft. Der jährlichen Ideen- und Planungswerkstatt als Schmiede neuer Vereinsaktivitäten ist er danach treu geblieben.

Zu diesen Aktivitäten gehört auch das NachbarNetzCafé - mit Vortragsgästen z. B. von ‚Kultur im Koffer‘ oder aus der bezirklichen Seniorenberatung. K-D pflegt darüberhinaus die NachbarNetz-Kontaktliste: Im Newsletter gedruckt und online im NachbarNetz-Blog gibt es nachbarschaftliche Anzeigen unter den Überschriften ‚biete/suche/gemeinsam aktiv‘. Er bringt Anbieter und Nachfragende zusammen. Es gibt einige Ladenhüter, Nachfragen, auf die niemand reagiert. „Nach einem Vierteljahr werden die Einträge gelöscht", sagt K-D. Schön fände er, wenn häufiger Rückmeldungen kämen, was aus den Kontakten geworden ist.

‚Generationen gemeinsam in Eppendorf‘- so lautet das Motto unseres Vereins. K-D trägt dazu bei, es umzusetzen. Vier Abende ‚Kochen für Jung und Alt‘ hat er bereits mit Konfirmanden der Martini-Gemeinde und Pastor Thomas durchgeführt. Bereits das fünfte Repair-Café in Eppendorf organisiert er derzeit gemeinsam mit Elisabeth Kammer. Doch damit nicht genug: Als Drahtesel-Fan lässt er es sich nicht nehmen, mit den Besuchern selbst kleine Fahrrad-Reparaturen vorzunehmen. „Ich habe viel Spaß am Ehrenamt", berichtet der Vater von zwei Söhnen, „es kommt auch viel zurück.“

Nach drei Stunden verstaut er die technischen Geräte an sicheren Orten und schließt sein kleines Büro. Bevor K-D zu seiner Frau zum Mittagessen geht, wird er erst noch als Medienbote aktiv: Eine ältere gehbehinderte Dame in der Nachbarschaft hat ein Buch aus der Leihbücherei bestellt. Der umtriebige K-D von Krug gibt den Lesestoff nicht nur ab, er hält auch noch ein kleines Schwätzchen mit der alten Dame.

Text und Bilder: Hans Loose 

Noch ein Angebot von K-D von Krug:
Unterstützung bei Bedienungs- und Softwarefragen am Computer
Auf Wunsch auch Einführung in die Benutzung der NachbarNetz-Homepage.
Termin-Vereinbarung über das MARTINIerLEBEN Quartiersbüro: Tel. 040 / 46 77 93 25, info@martinierleben.de
Um eine Spende ab € 5,- pro Stunde wird gebeten. 

MARTINIerLEBEN Quartiersbüro
im Kulturhaus Eppendorf
Julius-Reincke-Stieg 13a
20251 Hamburg
Tel. 040 / 46 77 93 25, info@martinierleben.de

Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag 10.00 - 13.00 Uhr und nach Vereinbarung

Dienstag, 9. Dezember 2014

Kochprojekt 1.0

Es begann mit Orangen-Möhren-Ingwer Suppe und Blumenkohl-Kartoffel-Curry leicht und locker und endete beschwingt mit Lachsquiche und Wok-Gemüse. Die Rezepte brachten die Beteiligten dieses generationenübergreifenden ‚Pilot-Projekts’ mit und dazu jeweils eine persönliche Geschichte, die nachher beim Essen vorgetragen wurde.

Desserts und neue Beilagen tauchten ebenso ‚aus dem Nichts’ auf wie neue Teilnehmer. Die Gruppe wuchs noch bis zum letzten Treffen, da fanden sich Vierzehn ein. Einträchtig und hingebungsvoll wurden Massen von Pfifferlingen von 16-, 46- und 76jährigen geputzt, 2 Kilo argentinische Steakhüfte in appetitliche Stücke geschnitten und Schupfnudeln unter Kasselerwürfel und Sauerkraut gemischt.

Drei Generationen fanden sich nicht immer pünktlich um 18 Uhr ein, aber alle fanden schnell eine Aufgabe und am Ende immer einen gemütlichen Platz am Tisch. Ein pünktliches Ende um 21 Uhr gab es auch nie, weil alle Mühe hatten, ein Ende der Gespräche zu finden. Viel zu lachen hatten die Kochenden und Speisenden sowieso.

Ab dem Jahr 2015 soll es mit dem Kochprojekt 2.0 losgehen, das mindestens einmal stattfinden wird.

Uli Thomas, Pastor in St. Martinus, Eppendorf
Fotos: Sabine Burke, K-D von Krug

 

Donnerstag, 27. November 2014

Gabentische der besonderen Art - Schenkvergnügen in Eppendorf

Die Hanseaten werden in diesem Jahr voraussichtlich rund zwei Milliarden Euro im Weihnachtsgeschäft ausgeben. Alle Hamburgerinnen und Hamburger? Nein! Rund 60 Besucherinnen und Besucher haben am 22. November erlebt, dass Schenken glücklich machen kann. Sie waren die Teilnehmer des 3. Schenkvergnügens, das wellYunit in Kooperation mit MARTINIerLEBEN in der Begegnungsstätte Martinistraße 33 veranstaltet. Martina, Kirsten, Conny und Sabine organisieren diese Schenkevents ehrenamtlich. "Bücher und Bekleidung waren die Renner", berichtet Sabine Siehl, die das Team leitet. Daneben erfreuten u. a. Kinderspielzeug, CDs und ein paar Gummistiefel ihre neuen Besitzer - zum Nulltarif.

Das wohl größte Präsent war eine Stereoanlage mit Boxen. "Alles funktioniert", verspricht Schenkerin Sibylle Brockstedt, „bis auf den Verstärker." Während Sibylle einen gebrauchten Wintermantel anprobiert, wird die Anlage zum Objekt der Begierde für Manfred Baumann. Manfred ist schon das zweite Mal hier. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist er angereist, unter dem Arm einen roten Geschenkkarton mit aufgedrucktem Weihnachtsmann. "Darin waren Kerzen, Untersetzer und Duschgel", berichtet der Rentner. Er hatte noch seinen Mantel an, als andere Gäste ihm den Karton bereits aus den Händen gerissen haben. "Ich finde den Schenktreff eine schöne Idee", erklärt der Rahlstedter,
"denn man macht anderen kostenlos eine Freude." Unterdessen drehen Olivea Hensel und Sohn Jahnhoa ihre Runden um die Gabentische der besonderen Art. Jahnhoa ist zwischen kleinen Puppen und dem Quietsche-Entchen hin und hergerissen. Daher stärkt er sich erst einmal mit einem Stück Aprikosenkuchen vom Blech (Kaffee, Tee und Kuchen gibt es gegen Spende.)

Derweil öffnen Bärbel Schröder und ihr Mann Bernd ihren mitgebrachten rot-blauen Jutesack. Heraus purzeln ein Kinderbuch, ein Krimi und zwei Romane. Bärbel betreut in der Woche Demenzkranke in der Begegnungsstätte, heute freut sie sich über das gemeinsame freudige Geben und Nehmen. "Wir leben leider in einer Wegwerfgesellschaft", sagt sie. Bernd ergänzt: "Es macht wirklich Sinn, wenn man schenken kann. Das ist eine tolle Sache."

"Schenken trägt zur Zufriedenheit bei", hat auch Sabine Siehl herausgefunden. Sabine gehört als Gründerin der Glücksplattform wellYunit.com zu den ersten Hamburgerinnen, die eine Schenkveranstaltung ins Leben gerufen haben. Man kann sich etwas Schönes aussuchen, ohne geben zu müssen. Dennoch: "Jedes Mal wird mehr gebracht als genommen." So sind dieses Mal drei große Kartons vorweihnachtlicher Gaben an das CAFÉE mit Herz gegangen. Die Menschen dort sind sehr dankbar, dass sie die Sachen erhalten, die übrigbleiben, wie schon die letzten Male.

Am 29. März 2015 wird in der Martinistraße 33 das nächste ‚Schenkvergnügen‘ stattfinden. Vielleicht hat dann jemand als Gabe auch kleine Taten im Gepäck: ein Gedicht oder ein Stück auf dem Klavier. Von den Teilnehmenden am 22. November hat so manch einer bereits ein paar Weihnachtsgeschenke mit nach Hause genommen – ganz für umsonst und mit einem Lächeln.

Text und Bilder: Manfred Korte

Das Schenkvergnügen Team
Schenkvergnügen
Kooperation von MARTINIerLEBEN und wellyunit

Schenken und sich beschenken lassen: Dinge und Taten, die anderen Freude bereiten. Größere oder sperrigere Sachen kann man fotografieren. Wir behalten uns vor, Dinge abzulehnen, z.B. wenn sie funktionsuntüchtig sind. Was übrig bleibt, schenken wir dem CAFÉE mit Herz in Hamburg-St.Pauli.
Kaffee, Tee und Kuchen gegen Spende. Anmeldung nicht erforderlich. Wir werden versuchen, für alle Geschenke einen Platz zu finden.
Ansprechpartnerin: Sabine Siehl, 42 93 53 66 oder 0173 / 195 99 42, info@wellYunit.com
Eintritt kostenlos. Spenden willkommen für Raum, Orga und Logistik.
Ort: Begegnungsstätte Martinistr. 33

Dienstag, 25. November 2014

neues Eppendorf-Buch von Karin Kuppig

Elektrische Straßenbahnen,
Wagenbauanstalt Falkenried, 1891
(Eppendorfbuch, S. 124)
Mit dem Eppendorfbuch nähert sich die Stadtteilreihe des Junius-Verlags der Alster von Westen und erschließt in sechs Rundgängen Geschichte und Gegenwart einiger der exklusivsten Wohnstadtteile in Deutschland. Während sich die ersten drei Touren den verwaltungstechnisch zum Bezirk Eimsbüttel gehörenden Stadtteilen Harvestehude und Rotherbaum mit dem Grindelviertel widmen, führen drei weitere Spaziergänge durch das Herz von Eppendorf und über die südliche und nördliche Grenze des Stadtteils nach Hoheluft-Ost bzw. Groß Borstel.
Medikamententransport,
Universitätsklinikum Hamburg-
Eppendorf, um 1890
(Eppendorfbuch, S. 156)
Ergänzt werden die mit zahlreichen historischen und aktuellen Bildern illustrierten Rundgänge durch eine historische Chronik, die Rubrik 'Leute aus Eppendorf ' sowie einen Adressteil mit empfehlenswerten Geschäften und Restaurants entlang des Wegs. Exkurse handeln u. a. vom neuen jüdischen Leben am Grindel, vom Soldatenalltag am Schlump, dem Klosterlandkonsortium, einer verwünschten Linde, von der Alsterflotte und der Alsterkanalisierung, von Stolpersteinen, der Ringbahnlinie und dem 'kommunistischen Eppendorf'.

Karin Kuppig
Eppendorfbuch
208 Seiten mit zahlreichen s/w-Abb.
Klappenbroschur, 13 x 17 cm
Euro 16,80 ISBN 978-3-88506-045-1
Junius-Verlag

Dienstag, 28. Oktober 2014

Eine Buche und zwei Nasen -
 Besuch in der AG Barrierefrei

Wie an jedem ersten Montag im Monat haben sich die Mitglieder der AG Barrierefrei im Kulturhaus Eppendorf versammelt. Heute steht ein besonderes Highlight auf dem Programm: Eike Deuter vom UKE berichtet über die aktuellen Baupläne zur neuen Kinderklinik. Der Projektleiter stellt sich den kritischen Fragen der ehrenamtlichen Barrierefreiheits-Aktivisten. Beherrschendes Thema für den Abend ist das UKE-Neubauprojekt. Anschließend gibt es Berichte vom Regionalausschuss und aktuelle Themen aus dem Quartier.


„Wir entwickeln das gesamte Gelände rund um eine 100 Jahre alte Hainbuche", berichtet der Dipl. Wirtschafts-Ingenieur. Das alte Areal der Orthopädie hat die Buche bereits überlebt, bisher verschonten Abrissbirne und Bagger den Baum ebenfalls. Auf Bildern zeigt Eike Deuter, wie verstreut die Einrichtungen für Kinder derzeit auf dem Krankenhausgelände liegen. Lange Wege zu Spezialabteilungen und in Operationssäle sind die Folge. 
Das soll sich in drei Jahren ändern: Bis zu 150 kleine Patienten können künftig im ‚Kinder-UKE’ gleichzeitig versorgt werden.

Die langlebige Hainbuche
Deuter: „Wir bieten kindgerechte Spitzenmedizin unter einem Dach." Auch für schwerkranke Kinder gibt es Angebote - sechs Plätze für Knochenmarktransplantation, weitere für Hämatologie und Onkologie. „Können denn Eltern mit aufgenommen werden?", möchte Christa Heidsieck-Hess wissen. "Elternbetten werden in jedes Zimmer gehören", kündigt der UKE-Planer an. In hübsch gestalteten Spiel- und Aufenthaltsräumen findet sich das Grün des alten Baumbestands wieder, aber auch Schiffsmodelle zum Klettern stehen bereit. „Maritime Elemente sind eine Verbeugung an die Sponsoren", schmunzelt Eike Deuter. In der Tat: Geldgeber werden für das Projekt noch dringend gesucht. 69,5 Millionen Euro kostet der Neubau; der Senat finanziert davon knapp ein Drittel. Rund 20 Millionen Euro sollen durch Unterstützer eingeworben werden. Projektleiter Deuter: „Das Kinder-UKE ist auf Spenden angewiesen, jeder Cent ist wichtig.“ Ein Satz, der zwar verständlich ist, jedoch bei einer Reihe von AG-Mitgliedern auf Unverständnis stößt: Schließlich ist Hamburg eine reiche Stadt, leistet sich Mega-Projekte wie die Elbphilharmonie und bewirbt sich nun auch noch für Olympia.

Weitere Informationen durch den UKE-Planer: Es wird keine neue Tiefgarage geben, geplant sind 38 oberirdische Besucherstellplätze. In dem Komplex wird auch ein Bistro eingerichtet. „Was ist mit dem barrierefreien Zugang?“, fragt Rollstuhlfahrerin Heike Wandke. Die Kinderklinik wird künftig zwei Zuwege von der Martinistraße aus haben, erfährt die Arbeitsgruppe: einen für Autos, den anderen für Fußgänger, auch mit Rollatoren. Nun bringen Elisabeth Kammer und Wolfgang Hinsch die Ampellösung ins Gespräch: eine zweite Querung der Martinistraße auf Höhe des Eingangs zum Eppendorfer Park. Sie würden es begrüßen, wenn das UKE dieses Anliegen unterstützen würde. „Die Gitter müssten allerdings verschwinden“, sagt Wolfgang. Dann kämen Fußgänger gefahrlos vom neuen Ausgang des Krankenhauses in den Park - und umgekehrt. „Derzeit sollen die Gitter Radfahrer abhalten“, erklärt Eike Deuter. Er sagt zu, die Idee mit seinen Kollegen zu besprechen. Heike und Elisabeth haben Fragen, die den Verkehr auf dem UKE- Gelände betreffen. „Wer kümmert sich um die Behindertenparkplätze?", möchte
Grafik: UKE
Heike wissen. Diese sind häufig zugeparkt. Ursache sind seit vier Monaten die vielen Baustellen, erfahren die Teilnehmer. Herr Deuter kündigt aber an: „Der Sicherheitsdienst kümmert sich um das Problem.“ Elisabeth kritisiert: „Es wird so viel gerast auf dem Gelände." Dazu Deuter: „Ansprechpartner ist das Beschwerdemanagement.“ Ihm sei das Problem allerdings noch nicht aufgefallen. Für alle, die über den Neubau des Kinder-UKE auf dem Laufenden bleiben wollen, hat das UKE eine eigene Website eingerichtet. Dort findet man einen Film über die neue Kinderklinik, kann per Webcam einen Blick auf die Baustelle werfen und schon mal die Geschosspläne begutachten.

Im Anschluss an Vortrag und Diskussion berichtet Heidemarie Lange von der letzten Sitzung des Regionalausschusses Eppendorf-Winterhude. Die AG hatte in einem Schreiben an den Ausschuss einige Vorschläge zur barrierefreien Umgestaltung des Quartiers gemacht. Das Schreiben konnte aus Zeitgründen nicht behandelt werden: Die Zukunft des Eppendorfer Marktplatzes (Tre Castagne) beherrschte die Diskussion. Daher planen Heidemarie und Wolfgang, am 12. November 2014 erneut den Ausschuss aufzusuchen. An dem Tag wird das Schreiben von MARTINIerLEBEN wieder auf der Tagesordnung stehen.

Neues gibt es von der gewünschten Querungshilfe in der Schedestraße: Die beiden Sperrflächen (die sogenannten Nasen) sollen noch in diesem Jahr kommen, hat Heike erfahren. Männer im Auftrag des Bezirksamts haben vor wenigen Tagen die künftige Sperrfläche vermessen. Künftig wird für Rollstuhl- und Rollatorfahrer der Weg über die Straße endlich sicherer und einfacher.

Text und Bilder: Hans Loose

AG barrierefrei
Stichworte: Altersgerechte Stadt, Barrierefreiheit, Mobilität, Gestaltung und Verbesserung des öffentlichen Raums für Kinder, Alte und Behinderte u.a..

Selbstdarstellung als pdf-Datei
Termin: jeden 1. Montag im Monat, 18.00 Uhr

Ort: Kulturhaus Eppendorf, Julius-Reincke-Stieg 13a (rollstuhlgerecht)

Kontakt: Wolfgang Hinsch, Tel. 480 31 19
Neue TeilnehmerInnen sind willkommen!

Freitag, 17. Oktober 2014

Stricken - Ruhe im Sturm

Nahaufnahme
Das Oktobertreffen der Eppendorfer Masche ließ sich schwierig an: Neben den MARTINIerLEBEN-Aktivitäten habe ich noch einen 'kleinen Nebenjob' als Veranstaltungsmanagerin im Kulturhaus Eppendorf, und am Donnerstag hatten wir erstens eine Lesung über 'Goethes Italienische Reise' mit Vera Rosenbusch und Lutz Flörke im Haus, zweitens veranstalteten Amnesty International einen eigenen Vortrag  - und drittens sagte überraschend unsere (prinzipiell sehr zuverlässige!) Bistrokraft ab (und ich saß an unserem neuen Programm). Die zweite Bistrokraft war im Urlaub, die dritte hatte etwas anderes vor, zwei Kollegen aus dem Haus waren ebenfalls im Urlaub (das sollte verboten werden!) und mögliche HelferInnen, die ich telefonisch erreichte, hatten: zu arbeiten / ebenfalls Urlaub / Theaterkarten / eine Wohnungsbesichtigung / etwas anderes vor.

Ab 17:00 trudelte die Eppendorfer Masche ein, während ich zerzaust im Haus herumhuschte, Saal, Licht, Abendkasse und Bistro vorbereitete und mich darauf gefasst machte, am Bistrotresen gleichzeitig Karten zu verkaufen. Lutz und Vera sagte ich, dass sie notfalls mit einer Lichteinstellung zurechtkommen oder jemanden zum Hebelschieben mitbringen müssten.


Um halbsechs rief meine Kollegin Maria aus dem Stadtteilarchiv an, um mich zu bitten, noch einen Termin in das Kulturhaus-Programm aufzunehmen. Dass ich daran schon selbst gedacht hatte, machte sie so froh, dass ich sie hinterlistig fragte, ob sie abends schon etwas vorhätte. Kurz: Maria half mir aus der Not, stellte sich an die Kasse und regelte wunderbar das Licht für die Lesung. Die Amnesty International-Gruppe kam perfekt allein zurecht und ich stand im Bistro und hatte viel Vergnügen mit den anderen Handarbeiterinnen, die sich von dem Betrieb um sie herum nicht aus der Ruhe bringen ließen.


Die 'Eppendorfer Masche' fand das erste Mal im Kulturhaus statt - vorher hatten wir uns im Bürgerhäuschen getroffen, und die einhellige Meinung war: Sehr gemütlich haben wir es hier, das Licht reicht auch gut aus und Platz für weitere TeilnehmerInnen gibt es ebenfalls.

Bisher sind wir jedes Mal etwa sieben Frauen, haben es aber trotzdem schon geschafft, sowohl generationenübergreifend als auch multikulturell zu sein, oder wenigstens bikulturell. Interessant zu sehen ist, dass auch sehr unterschiedliche Frauen beim gemeinsamen Handarbeiten sofort ins Gespräch kommen, die Stimmung umgehend entspannt und lustig wird und anfängliche Hemmschwellen auch bei neuen Gästen ganz schnell weggestrickt oder -gehäkelt werden. Mit Männern steht der Versuch noch aus!

Rika Tjakea, Mitarbeiterin bei MARTINIerLEBEN, im Kulturhaus Eppendorf und selbständige Sängerin
3. Donnerstag des Monats, 17:00 - 20:00 
Workshop Eppendorfer Masche - gemeinsam stricken, häkeln, handarbeiten lernen - mit Expertinnen-Hilfe
Einfach Strickzeug bzw. eigene Handarbeit mitbringen und dazukommen - für absolute AnfängerInnen haben wir Nadeln und Wolle und eine Nähmaschine zum Ausprobieren da, jedes Mal gibt es einen kleinen Workshop für alle, die Lust haben, und die KönnerInnen helfen mit Tipps, Tricks und Anleitungen. Ansprechpartnerin: Rika Tjakea, Tel. 48 15 48, info@martinierleben.de
Ort: Kulturhaus Eppendorf (Bistro), Julius-Reincke-Stieg 13a (rollstuhlgerecht)

Sonntag, 12. Oktober 2014

75 köstlich-kulturelle Reisen - ‚Reisen & Speisen’ im Kulturhaus Eppendorf feiert Jubiläum

Am 25.10. geht es in Indiens wilden Nordosten.
Sie liebt es zu reisen: „Fremde Kulturen, ihre Menschen, ihren Alltag, ihre Feste und Lebenswelt kennenzulernen, bedeutet für mich ein Stück Lebenssinn“, sagt Silke Vetter. Seit 11 Jahren organisiert die Gastrosophin im Kulturhaus Eppendorf die monatlich stattfindende Veranstaltung 'Reisen & Speisen', die sich bei den Besuchern großer Beliebtheit erfreut und inzwischen über eine echte Fangemeinde verfügt.

Jedes Mal steht ein anderes Land im Mittelpunkt und wird mit einer Bildershow, mit Vortrag und landestypischem Bufett vorgestellt. Wechselnde Referenten und Fotografen gestalten diesen immer sehr lebendigen und interessanten Abend zusammen mit ihr. „Die Idee dazu hatte ich vor vielen Jahren zusammen mit einer Freundin und bin dann gleich auf die Suche nach einem Ort gegangen, wo ich meinen Wunsch umsetzen kann, meine Gäste nicht nur kulinarisch, sondern auch geistig zu nähren und ihr Fernweh zu beflügeln“, sagt Silke Vetter.

Diesmal ist sie in einer Region unterwegs gewesen, die die wenigsten unter uns kennen dürften. Den wilden Nordosten Indiens hat sie in diesem Frühjahr bereist: Arunachal Pradesh und Nagaland, wo Völker leben, die mit dem übrigen Indien nur wenig gemeinsam haben und z. T. bis ins 20. Jahrhundert Kopfjäger waren. “Allein im indischen Bundesstaat Arunachal Pradesh leben noch 26 größere Stammesvölker mit jeweils mehr als 5.000 Angehörigen und eigenen Sprachen“, schwärmt Silke Vetter. Viele Fotos und Videos hat sie von dort mitgebracht und zu einer spannenden Bildershow komponiert, die mit Originalmusik und einer Lesung aus dem Werk der Naga-Schriftstellerin Easterine Kire untermalt wird. Auch das köstliche von ihr selbst entworfene und zubereitete landestypische Bufett fehlt natürlich nicht.

Gastrosophin Silke Vetter
Am Samstag, dem 25. Oktober, kann man im Kulturhaus Eppendorf zum 75. Mal mit ihr auf die Reise gehen:

Reisen & Speisen
Indiens wilder Nordosten - Arunachal Pradesh und Nagaland
Samstag, 25. Oktober, 19.00
Kulturhaus Eppendorf
Julius-Reincke-Stieg 13a

Verbindliche Reservierung unter 040 / 481548 oder karten@kulturhaus-eppendorf.de.
Wenn Sie regelmäßig auf die nächste Reisen & Speisen-Veranstaltung hingewiesen werden wollen, bestellen Sie den Newsletter.


Foto: Stephan Wippermann
Und wenn Sie Appetit bekommen haben, merken Sie sich schon den nächsten Termin: Am 29. November geht es mit Bildern von Stephan Wippermann in den Westen der USA.